Für Henning Wehland ist Münster „wie eine schöne Frau“
H-Blockx-Frontmann will Oberbürgermeister werden

Münster -

Er ist zu 110 Prozent Münsteraner – der H-Blockx-Frontmann Henning Wehland möchte irgendwann einmal Oberbürgermeister dieser Stadt werden. Er findet es spannend, dass sein Wunsch, Oberbürgermeister zu werden, in den letzten zwölf Monaten für mehr Aufruhr gesorgt habe als sein kreatives Kerngeschäft – die Musik.

Mittwoch, 19.03.2014, 22:03 Uhr

Henning Wehland will mal Oberbürgermeister von Münster werden. Aber jetzt noch nicht.
Henning Wehland will mal Oberbürgermeister von Münster werden. Aber jetzt noch nicht. Foto: Andre Stephan

Henning Wehland , Frontman der H-Blockx und seit Jahren bundesweit in Musikprojekten unterwegs, ist bekennender Münsteraner. Wiederholt hat er seine Absicht bekundet, Oberbürgermeister von Münster zu werden – gerade erst wieder im einem Magazin. Der Musiker, der zurzeit mit den „Söhnen Mannheims “ auf Tournee ist, beantwortete die Fragen von WN-Redakteurin Karin Völker .

Wenn Sie Stadtoberhaupt von Münster werden wollen, gibt es bald Gelegenheit. 2015 wird gewählt, und etliche Parteien, darunter SPD und Grüne, haben noch keine Kandidaten aufgestellt. Wollen Sie nicht einsteigen?

Wehland: Das ist eine gute Idee, allerdings möchte ich dafür auch meinen Lebensmittelpunkt in Münster haben. Das könnte in ein paar Jahren durchaus wieder passieren. Vorher möchte ich mich für einige kulturelle Projekte in Münster engagieren. Außerdem glaube ich, dass ein guter Politiker genug Lebenserfahrung mitbringen sollte, um zu wissen, was umsetzbar ist und was nicht. Die heutige Politik geht mir zu sehr am Bürger vorbei. Und ich glaube, ich kann in Berlin noch ein paar Jahre lernen, wie man es nicht machen sollte.

Sie bezeichnen Münster als „unglaublich arrogante Stadt, aber auch so provinziell und bäuerlich, dass es wehtut“. Was meinen Sie konkret damit?

Wehland: Ich betrachte Münster als meine Heimat und liebe die Stadt. Sie ist aber auch wie schöne Frauen, meinetwegen auch schöne Männer, die durchaus über ihr Aussehen wissen und manchmal das ein oder andere Kompliment zu viel bekommen. Münster ist wunderschön, aber keine Metropole. Und gerade das liebe ich an der Stadt.

Sie sagen, Sie wundern sich darüber, dass genügend Geld im kommunalen Haushalt ist, dass aber staatliche Gebäude an relativ reiche Münsteraner vergeben werden, ohne dass die Stadt den aktuellen Kaufpreis erzielt. Was meinen Sie konkret?

Wehland: Ich möchte es lieber allgemein halten: Ich habe mit vielen Projekten direkt mit der Stadt und den Ämtern zu tun gehabt. Und finde es schade, dass hier wenig Engagement kommt, um Potenziale zu erkennen. Auch die Vergabe von Lizenzen für Clubs, Öffnungszeiten, Biergärten und deren Öffnungszeiten halte ich mitunter für sehr zwielichtig. Es macht wenig Sinn, jetzt mit Dreck um sich zu werfen, aber fragen Sie einfach mal zehn der bekanntesten und kreativsten Gas­tronomen in Münster, was die von der Vergnügungssteuer halten.

Sie führen als Beispiel häufiger den Hafen an.

Wehland: Genau. Blickt da noch überhaupt jemand durch, was jetzt genau wann passiert? Am Ende des Tages sind die Münsteraner so verwirrt, dass es ihnen egal wird, wie entschieden wird, und man sich erst dann beschwert, wenn es zu spät ist und am Hafen ein großer Supermarkt Kleinkunst und Subkultur verdrängt hat. Eben diese Subkultur aber ist es, die Münster so lebenswert macht. Hier ist das Zuhause von Künstlern, Musikern, Schauspielern, Kreativen, die von ihrer Heimat aus die Ruhe hatten, sich darüber im Klaren zu werden, was sie der Welt hinterlassen wollen. Ich würde mir wünschen, dass es ein Forum bei der Stadt gäbe, das viel enger mit den Jugendlichen und jungen Kreativen in Kontakt tritt.

Es gibt also schon ein politisches Programm für die Oberbürgermeister-Karriere?

Wehland: Ich mache mir Gedanken, aber am spannendsten finde ich, dass mein Wunsch, Oberbürgermeister zu werden in den letzten zwölf Monaten für mehr Aufruhr gesorgt hat als mein kreatives Kerngeschäft. Aber so läuft halt PR.

Verraten Sie, was es für Sie bedeutet, praktizierender Münsteraner zu sein?

Wehland: Ich identifiziere mich zu 110 Prozent mit der Stadt. Ich habe ja in Münster noch mit Michelle Mende und Babsi Vahle das Künstlerbüro BLX-Music & Entertainment, wo Künstler beraten und betreut werden. Außerdem verfolge ich mit großem Bedauern den Spielbetrieb des SCP und liebe den Münsteraner an sich. Man kriegt mich aus Münster raus – aber nie kriegt man Münster aus mir raus. 

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