Mitarbeiter kritisieren Arbeitsbedingungen
Unruhe im Jobcenter

Münster -

Kritik an den Arbeitsbedingungen im Jobcenter: Die Fluktuation sei hoch, ebenso die Arbeitsbelastung, heißt es aus Reihen der Mitarbeiter. Der Leiter weist solche kritischen Anmerkungen jedoch größtenteils zurück.

Freitag, 21.03.2014, 08:03 Uhr

Die Arbeit im Jobcenter sei zuweilen sehr belastend, heißt es aus Reihen der Mitarbeiter.
Die Arbeit im Jobcenter sei zuweilen sehr belastend, heißt es aus Reihen der Mitarbeiter. Foto: Matthias Ahlke

Die Mehrheit der 20 600 Personen, die Leistungen vom Jobcenter erhalten, gilt als „erwerbsfähig“, bei den anderen handelt es sich um Kinder unter 15 Jahren, Einkommensaufstocker sowie „Menschen, mit denen wir arbeiten müssen, damit sie fit für den Arbeitsmarkt werden“, so Ralf Bierstedt , Leiter der 240 Mitarbeiter starken Behörde mit einem 118 Millionen Euro großen Haushaltsvolumen. Nicht nur die Gesamtzahl der Leistungsbezieher nehme seit Jahren „ständig“ zu – auch die Zahl jener Menschen, die zwar arbeitswillig, aber nicht unbedingt arbeitsfähig seien.

Diesen Menschen zu helfen, ist offenbar kein Zuckerschlecken, berichtet ein Mitarbeiter des Jobcenters, der sich „im Namen meiner Kollegen“ an unsere Zeitung gewandt hat. Er klagt über eine hohe Arbeitsbelastung , einen hohen Krankenstand – und darüber, dass Mitarbeiter, die ins Jobcenter kommen, meist „ganz schnell wieder weg“ wollen. Damit nicht genug: Immer wieder gebe es technische Probleme, frei werdende Stellen würde erst nach längerer Zeit wiederbesetzt, überhaupt gebe es zu wenige Mitarbeiter.

Die Schilderungen des Mitarbeiters lassen den Eindruck aufkommen, dass es sich beim Jobcenter um den ungeliebtesten Arbeitsbereich der Verwaltung handelt. Diesem Eindruck stellt sich Bierstedt allerdings entgegen. „Ja, bei uns ist die Belastung sicherlich hoch. Das ist aber in allen anderen Jobcentern auch der Fall“, betont er.

Der Krankenstand liege zudem unter dem Durchschnitt der Verwaltung, „und darauf bin ich stolz“. Allerdings sei es in der Tat so, dass Stellen nicht immer sofort wiederbesetzt würden. Sie müssten erst ausgeschrieben, geeignete Bewerber gefunden werden. „Und die können nicht immer von heute auf morgen zu uns kommen.“ Dass die Fluktuation im Jobcenter hoch sei, liege vor allem daran, dass dort viele junge Mitarbeiter beschäftigt seien. „Wenn diese die Chance bekommen, sich zu verbessern und weiterzuentwickeln, dann machen die das auch.“

Das Niveau der geleisteten Arbeit bezeichnet Bierstedt als „gut“. „Wir arbeiten stark kundenbezogen. Das ist sehr wichtig, um unser Ziel zu erreichen, die Menschen nachhaltig ins Berufsleben zu integrieren.“

Erst in der vergangenen Woche habe es eine Mitarbeiterversammlung gegeben. „Ich hatte den Eindruck, dass dort eine gute Atmosphäre herrschte“, sagt der Behördenleiter. Gut sei auch die Kollegialität. Entsprechend überrascht sei er davon, dass sich ein Mitarbeiter an die Presse gewandt habe.

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