Unterkünfte sind belegt
Stadt stellt an drei Stellen neue Container für Flüchtlinge auf

Münster -

Die Stadt sieht keinen Ausweg: An drei Standorten sollen neue Container-Unterkünfte für Flüchtlinge geschaffen werden. Auch eine Erstaufnahmeeinrichtung in Gievenbeck ist geplant.

Mittwoch, 19.03.2014, 11:03 Uhr

Auf dem Gelände der ehemaligen Oxford-Kaserne in Gievenbeck soll eine Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge entstehen. Zusätzlich sollen an drei weiteren Standorten Wohncontainer aufgestellt werden.
Auf dem Gelände der ehemaligen Oxford-Kaserne in Gievenbeck soll eine Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge entstehen. Zusätzlich sollen an drei weiteren Standorten Wohncontainer aufgestellt werden. Foto: mfk

Der Strom der Flüchtlinge reißt nicht ab: Allein in den ersten beiden Monaten des laufenden Jahres wurden nach Angaben der Stadt 125 Menschen neu aufgenommen. Weil aktuell alle Flüchtlingsunterkünfte belegt sind und Hotelzimmer angemietet werden müssen, schlägt Sozialdezernent Thomas Paal kurzfristig die Aufstellung von Containern an der Nieberding­straße sowie in Sprakel (neben der geplanten Flüchtlingseinrichtung) und in Handorf (neben dem Bürgerbad) vor.

An allen drei Standorten sollen für die Dauer von drei Jahren befristet jeweils 50 Plätze für Flüchtlinge entstehen. An der Nieberdingstraße will die Stadt alleinstehende Männer unterbringen, die ursprünglich in den ehemaligen Räumen der Bundespolizei an der Schaumburgstraße eine neue Heimat finden sollten. Dieses Vorhaben wurde bekanntlich von den Politikern im Rat gestoppt.

Zusätzlich will die Stadtverwaltung auf dem Gelände der ehemaligen Oxford-Kaserne in Gievenbeck eine städtische Erstaufnahmeeinrichtung für bis zu 150 Flüchtlinge herrichten und betreiben. Diese soll zunächst alle nach Münster kommenden Flüchtlinge aufnehmen.

Damit könnte nach den Worten von Sozialdezernent Paal ein „zeitlicher Puffer“ geschaffen werden, um für die Flüchtlinge in einem geordneten Verfahren eine passende Unterkunft zu finden. Die Erstaufnahmeeinrichtung sei aber nur übergangsweise auf dem Kasernen-Areal geplant. „Sie steht der Konversion nicht entgegen.“

Gleichwohl weicht die Stadt hinsichtlich der Größe der Einrichtung vom bisherigen Konzept ab: Denn mit den 150 vorgesehenen Plätzen wird „die stadtweit akzeptierte Grenze von maximal 50 Menschen pro Einrichtung überschritten“, heißt es im Entwurf des Verwaltungspapiers. Dieses soll am 2. April im Rat verabschiedet werden.

Den Bedarf für neue Einrichtungen untermauert Paal mit Zahlen: Gab es vor einem Jahr 935 Flüchtlinge in Münster, sind es inzwischen 1317 Menschen. „Wir haben keine Luft, obwohl wir Plätze, Plätze, Plätze schaffen.“

Auch im laufenden Monat rechnet die Stadt mit etwa 60 neuen Flüchtlingen, die in Münster untergebracht werden müssen. Mit der Nutzung der neuen Container-Unterkünfte ist nach Einschätzung des Sozialdezernenten frühestens im August zu rechnen.

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