Jungen lösen Probleme besser als Mädchen
Sonderauswertung der Pisa-Studie 2012

Münster/berlin -

Computer und Maschinen haben den Alltag erobert – wie gehen 15-Jährige mit dieser Herausforderung um? Können sie ohne Probleme einen MP3-Player richtig einstellen oder einen Fahrkartenautomaten bedienen? Die Sonderauswertung der Pisa-Studie 2012 belegt, dass deutsche Schülerinnen und Schüler weltweit nicht glänzend, aber ganz ordentlich dastehen – unter 44 Ländern belegen sie den 17. Platz.

Dienstag, 01.04.2014, 19:04 Uhr

Wie zieht man eine Fahrkarteam Automaten?, lautete eine Aufgabe.
Wie zieht man eine Fahrkarteam Automaten?, lautete eine Aufgabe. Foto: dpa

Anhand konkreter Aufgaben , die sowohl eine interaktive Lösung als auch deren klare Formulierung erforderten, untersuchte die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), wie clever Schüler mit praktischen Problemen umgehen. So lautete eine Aufgabe, an einem Ticketautomaten sollen Fahrkarten gekauft werden: Für mehrere Verkehrsmittel, zum günstigsten Tarif, für mehrere Fahrten.

Die Erkenntnis des Rankings ist eindeutig: Länder, die im Unterricht selbstverständlich Computer zur Verfügung stellen, schneiden am besten ab. Singapur , Korea und Japan belegen die ersten Plätze. Am Ende der Skala finden sich Uruguay, Bulgarien und Kolumbien.

 

Die OECD räumte deshalb ein: Wer in der Schule oder zu Hause keinen Computer nutzen konnte, war bei dem Test auf verlorenem Posten.

Ein Blick auf die deutschen Ergebnisse verrät, dass die Jungen – im Schnitt – mehr punkteten als Mädchen. Diese blieben unter dem erwarteten Niveau. Die Gymnasiasten lagen mit ihren Strategien deutlich vor den anderen Schulformen. Der soziale Status beeinflusste nicht so stark wie in den bisherigen Pisa-Leistungsstudien den Erfolg. Jugendliche mit Migrationshintergrund schnitten nicht gut ab – aber immerhin besser, als es die bisherigen Pisa-Studien erwarten ließen. Jeder fünfte 15-Jährige in Deutschland ist demnach mit dem Lösen von Alltagsproblemen überfordert. Die OECD legt den deutschen Schulpolitikern nahe, bei schwächeren Schülern mehr Gewicht auf selbstständiges Lernen zu legen. 

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/2364241?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F2572714%2F2572716%2F
Nachrichten-Ticker