Wahlbezirk 4: Piusallee
Bezahlbarer Wohnraum fehlt

Münster -

Eigentlich sind die Bürger mit ihrem Viertel sehr gut zufrieden. Viele möchten, dass es im Bereich Piusallee so bleibt, wie es heute ist. Trotzdem wird auch Kritik laut – an dem fehlenden Wohnraum, an dem wachsenden Parkdruck und an Autofahrern, die die Straßen als Schleichwege nutzen.

Freitag, 04.04.2014, 17:04 Uhr

Der Parkdruck im Wahlbezirk Piusallee wächst zunehmend. Viele Pendler nutzen die Straßen rund um die Piusallee als Parkraum und als Schleichwege, um auf schnellem Wege in die Innenstadt zu kommen.
Der Parkdruck im Wahlbezirk Piusallee wächst zunehmend. Viele Pendler nutzen die Straßen rund um die Piusallee als Parkraum und als Schleichwege, um auf schnellem Wege in die Innenstadt zu kommen. Foto: Oliver Werner

Der Wahlbezirk Piusallee ist wie ein Dorf inmitten der Stadt Münster. Die Bürger, die hier leben, sind glücklich, dass es vor ihren Türen viel Grün gibt, und der Weg in die Stadt überschaubar ist. Die Menschen sind zufrieden mit ihrer Wohnsituation – oder zumindest ist es ein Teil von ihnen. Wenngleich auch im Bezirk Piusallee zunehmend bezahlbarer Wohnraum fehlt, obschon sich das Gebiet in den vergangenen Jahren deutlich verändert hat. Viele junge Familien sind zugezogen. Neubauten prägen heute das Bild. Nachverdichtungen spielen im Bezirk Piusallee eine gewichtige Rolle. Häuser, die sich architektonisch in das Stadtbild einfügen, in denen aber Wohnungen auch üppig im Preis sind.

Direktkandidaten

Im Wahlbezirk Nr. 4 (Piusallee) treten unter anderem folgende Direktkandidaten an: CDU: Christel Loschelder (56), Traumpädagogin; SPD: Maria Winkel (54), Angestellte; FDP: Martin Gerhardy (48), Jurist; Grüne: Jörg Rostek (32), Student/Markthändler; Linke: Johanna Zelle (24), Studentin; Piraten: Matthias Vill (27), Student; ÖDP: Jochen Kersting (58), Angestellter; UWG: Stefanie Westhues (37), Einzelhandelskauffrau

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Um so mehr Menschen aber im Bezirk Piusallee Wohnraum finden, um so größer wird auch der Parkdruck. Nicht zuletzt nutzen wie im Kreuzviertel zahlreiche Pendler den Stadtteil, um in fußläufiger Entfernung von der Innenstadt bequem ihr Auto abstellen zu können. Ohne Parkgebühren, ohne die Angst vor Knöllchen – weil es hier kaum Anwohnerparken gibt. Die Goldstraße leidet beispielsweise darunter, aber auch viele andere Nebenstraßen. Besonders auf der Piusallee ist der Parkdruck groß geworden. Teilweise wird die Straße in einem solchen Umfang zugeparkt, dass streckenweise kaum noch Begegnungsverkehr möglich ist. Viele nutzen die Piusallee und ihre Nebenstraße aber auch als Schleichwege.

Was kommt nach dem Gefängnis

Räumlich umfasst der Wahlbezirk 4 ein Gebiet, durch dessen Mitte sich die ganze Piusallee zieht. Die Promenade, die Warendorfer Straße, der Kaiser-Wilhelm-Ring, die Bahnstrecken, die Mecklenburger Straße und der Hohe Heckenweg begrenzen den Bezirk.

Probleme macht aber nicht nur der wachsende Parkdruck. Natürlich machen sich die Bürger auch Gedanken darüber, was passieren wird, wenn das Gefängnis an der Gartenstraße aufgegeben wird. Was folgt dann an dieser Stelle? Veränderungen sind auch auf dem bisherigen Grundstück der Firma Winkhaus zu erwarten, wenn das Unternehmen zum Hessenweg umzieht.

Politik will das Thema Wohnen anpacken

Christel Loschelder , die für die CDU im Wahlkreis 4 kandidiert, möchte sich für bezahlbaren Wohnraum einsetzen. Die 56-Jährige sieht dafür eine Chance bei der Neubebauung des Winkhaus-Geländes – aber auch für eine attraktive Bebauung. Das Karree, ist die CDU-Frau überzeugt, bekomme ein eigenes Flair. Loschelder beschäftigt sich mit dem demografischen Wandel und mit dem Thema Inklusion sowie der Förderung benachteiligter Jugendlicher. Sie gibt zu bedenken, dass bei allen Diskussionen die Ü-3-Kinder in den Kitas nicht vergessen werden dürfen.

Auch bei Maria Winkel , die im Bezirk Piusallee für die SPD antritt, dreht sich vieles um das Thema Wohnen. Die 54-Jährige freut sich, dass mit der Neubebauung des Winkhaus-Grundstückes ein erster Schritt in Richtung bezahlbarer Wohnraum gemacht werden könne. Spannend werde aber auch die Zeit, so Winkel, wenn der Knast verschwindet.

Menschen wie Christine Weihs und Franziska Wiegmann, die im Wahlbezirk leben, sind voll des Lobes für das Viertel. Beide finde es aber schade, dass es hier nur noch wenig kleine Läden gibt.

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