Er entwickelte das erste Antibiotikum
Späte Ehre für Nobelpreisträger Gerhard Domagk

Münster -

Robert Koch, den Entdecker des Tuberkulose-Erregers, kennen viele. Nur wenige aber verbinden etwas mit dem Namen Gerhard Domagks, der das erste Antibiotikum entwickelte. Das soll sich jetzt in Münster ändern.

Montag, 07.04.2014, 19:04 Uhr

An die Verdienste des Forschers Gerhard Domagk erinnern (v.l.) Eva Wardelmann, Helge Karch, Dirk Domagk und Wilhelm Bauhues, Leiter der Arbeitsstelle für Forschungstransfer .
An die Verdienste des Forschers Gerhard Domagk erinnern (v.l.) Eva Wardelmann, Helge Karch, Dirk Domagk und Wilhelm Bauhues, Leiter der Arbeitsstelle für Forschungstransfer . Foto: Matthias Ahlke

Der Pathologe und Bakteriologe Gerhard Domagk , Nobelpreisträger für Medizin im Jahr 1939, Leiter des Forschungslabors der Bayer-Werke, war bis zu seinem Tod im Jahr 1964 Professor der Universität Münster . Die Uni erinnert 50 Jahre nach seinem Tod und 75 Jahre nach der Zuerkennung des Nobelpreises an den großen Forscher ab dem 24. April mit Ausstellungen und Vorträgen. Unter anderem mit einer Straßenausstellung an der Domagk-Straße.

Gerhard Domagk nahm 1947 vom schwedischen König verspätet den Nobelpreis entgegen.

Gerhard Domagk nahm 1947 vom schwedischen König verspätet den Nobelpreis entgegen. Foto: Archiv der Bayer AG

Für Helge Karch, Professor für Hygiene an der Uni Münster , ist Gerhard Domagk einer der Größten seines Fachs. Vor der Entwicklung von Prontosil, dem ersten von Domagk bei Bayer entwickelten Antibiotikum , waren heute harmlose Infektionen eine tödliche Bedrohung, jeder fünfte Mensch starb an Tuberkulose, jede siebte Frau im Kindbettfieber. Dank der Entdeckung von Antibiotika aus den Farbstoffen der Sulfonamide sei moderne Medizin mit komplizierten Operationen erst möglich geworden, betonte Karch. Prof. Dr. Eva Wardelmann, Leiterin des Instituts für Pathologie der Universität Münster, sieht Domagks Verdienste darin, dass er Naturwissenschaften und Medizin eng zusammenführte.

Das Mikroskop war Domagk das wichtigste Werkzeug

Das Mikroskop war Domagk das wichtigste Werkzeug Foto: Prof. Dr. Dirk Domagk

Die Arbeitsstelle für Forschungstransfer der Universität Münster hat die Vorarbeiten zum Domagk-Jahr koordiniert. Erinnert wird auch an den Menschen Gerhard Domagk – unter anderem durch dessen Enkel Dirk Domagk, der selbst Medizin-Professor an der Universität Münster ist. Die kleine Ausstellung im Institut für Pathologie zeigt auch den Hochzeitsfrack von Großvater Gerhard, in dem dieser erst 1947, nach Ende des Krieges den Nobelpreis entgegennahm.

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