Wahlbezirk 14: Kinderhaus-West
Stadtbezirk voller Vielfalt

Münster-Kinderhaus -

Kinderhaus ist attraktiv. Wie bitte? Wer den Stadtteil im Norden Münsters nur vom Hörensagen kennt, der glaubt das ja erst mal nicht. Kinderhaus – das steht doch für schmucklose Hochhäuser, soziale Brennpunkte, negative Schlagzeilen. Menschen, die dort schon lange zu Hause sind, halten dagegen: „Unser Stadtteil hat sich toll entwickelt.

Dienstag, 08.04.2014, 20:04 Uhr

Hochhäuser prägen die Kulisse von Kinderhaus – die Erweiterung des Zentrums mit Wohnungen und Geschäften soll den Stadtteil jedoch deutlich attraktiver machen.
Hochhäuser prägen die Kulisse von Kinderhaus – die Erweiterung des Zentrums mit Wohnungen und Geschäften soll den Stadtteil jedoch deutlich attraktiver machen. Foto: Oliver Werner

Viel Grün, gute Geschäfte, umfassende Nahversorgung.“ Neubürger, die zugezogen sind, stimmen zu: „Hier lässt es sich gut leben.“ Besonders gelobt werden Angebote für junge Familien, für Kinder und Jugendliche, das Schulzentrum und das Bürgerhaus mit seinem kulturellen Spektrum.

Kinderhaus hat eben viele Gesichter – und das im wahrsten Sinne des Wortes. Vielfältige Nationalitäten sind vertreten, gerade in Schulen und Kindergärten treffen die unterschiedlichen Kulturen aufeinander – und haben die Chance, voneinander und miteinander zu lernen. „Multikulti“ ist Trumpf in diesem Stadtteil – und das empfinden wohl die meisten Bürger als Bereicherung, als Chance, gemeinsam das Image von Kinderhaus aufzupolieren, gemeinsam Traditionen zu pflegen, aber auch Neues zu wagen.

Direktkandidaten

Im Wahlbezirk 14 (Kinderhaus-West) treten unter anderem folgende Direktkandidaten bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 an: CDU: Simone Wendland (50), Rechtsanwältin; SPD: Thomas Kollmann (54), Geschäftsführer; FDP: Marc Weßeling (39), selbstständig; Grüne: Klaus Rosenau (47), Berufsschullehrer; Linke: Ernst Gerd Borgmann (63), Zahnarzt; Piraten: Heiko Philippski (41), Wachmann; ÖDP: Roland Rietkötter (48), Landschaftsgärtner; UWG: Detlef Wolff (63), Bankkaufmann

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Eine ganz wichtige Rolle für das Gelingen dieser Integration spielen die Vereine und Verbände, aber auch die katholische und die evangelische Kirchengemeinde. Die Netzwerke in Kinderhaus funktionieren engmaschig und zuverlässig – wie in einem großen Dorf. Der Stadtteil, den eben nicht nur die Hochhäuser, sondern auch viele Baugebiete mit Einfamilien- und Reihenhausbebauung prägen, gruppiert sich um sein Zentrum, das nach heftigen Diskussionen und Widerständen jetzt doch kräftig gewachsen ist. Die kritischen Stimmen sind allerdings noch nicht verstummt, doch viele sind sich auch einig, dass die Erweiterung mit neuen Wohnungen und Geschäften den Stadtteil aufwerten wird. Vorausgesetzt, der befürchtete Leerstand bleibt aus.

Aus Sicht der CDU-Kandidatin Simone Wendland sendet das Zentrum positive Signale in den Stadtteil und „wird dafür sorgen, dass er noch weiter zusammenwächst“. Dazu müsse man das Thema Wohnen im Blick behalten. Für sie heißt das, „nicht nur ausreichend, sondern auch qualitativ guten Wohnraum anbieten“.

In der aktuellen Diskussion um ein Spaßbad in Gievenbeck sehen Politiker dagegen negative Auswirkungen für Kinderhaus. Klaus Rosenau (Grüne) und Marc Weßeling ( FDP ) haben große Bedenken: Beide plädieren dafür, stattdessen das Hallenbad Kinderhaus familienfreundlicher und attraktiver zu machen. Für SPD-Kandidat Thomas Kollmann steht zudem die Verkehrssituation gerade am erweiterten Zentrum auf dem Prüfstand: „Der Kreisel birgt viele Gefahren, Tempo 30 ist hier gefordert.“

Auf dem Wunschzettel sehr vieler Kinderhauser steht aber noch ein – bisher unerfüllter Punkt – ganz oben: „Eine Gastronomie, die etwas für alle Generationen bietet.“

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