Bordell am Kanal?
Hotel-Neubau verliert die letzten Fürsprecher

Münster -

Ein Investor will am Dortmund-Ems-Kanal ein Hotel bauen. Die Stadtverwaltung reagiert auf den Bauantrag, indem sie vorschlägt, den Bebauungsplan so zu ändern, dass ein Hotelneubau künftig nicht mehr möglich wird. Ging es etwa darum, ein Stundenhotel zu verhindern?

Mittwoch, 09.04.2014, 07:04 Uhr

Zwischen Kanal und Wolbecker Straße hätte der Investor ein Hotel bauen wollen.
Zwischen Kanal und Wolbecker Straße hätte der Investor ein Hotel bauen wollen. Foto: spe

Aus der Traum: Ein neues Hotel am Dortmund-Ems-Kanal wird es nicht geben. Denn offenbar will es niemand haben: der Planungsausschuss nicht, der Hauptausschuss nicht und der Rat auch nicht. Diese Gremien haben den Bebauungsplan jetzt so geändert, dass ein Neubau nicht mehr möglich ist. Ganz Münster ist gegen dieses Hotel.

Ganz Münster? Nein, die Bezirksvertretung Münster-Ost fand zuvor die Idee von einem neuen Hotel in ihrem Stadtbezirk sehr charmant . „Die Bezirksvertretung wünscht einstimmig, dass an dieser Stelle ein Hotelbau möglich ist.“ So steht es trotzig im Protokoll.

Walter von Göwels (CDU) ist sowohl Ratsherr als auch Bezirksvertreter. Die ganze Sache bringt ihn auf die Palme: Die BV Ost hätte sich nicht für dieses Projekt eingesetzt, sagt er, wenn klar gewesen wäre, worum es sich handelte. „Wir fühlen uns schlecht informiert.“

Im Planungsausschuss sei der Bauantrag des Investors kurz vorgestellt worden. 103 Betten, ganz schön viel auf so engem Raum. Ein Hotel für gewisse Stunden ? „Das Kind wurde nie beim Namen genannt“, meint von Göwels. „Aber der Eindruck war deutlich.“ Ein Bordell erhält natürlich keine Zustimmung . . .

Christian Schowe , der Leiter des Stadtplanungsamtes, weist diesen Verdacht zurück. Zum Konzept des Investors habe sich die Verwaltung nicht geäußert: „Spekulationen sind nicht angestellt worden.“ Der Bauantrag sei ohnehin nicht genehmigungsfähig gewesen.

Die Änderung des Bebauungsplans hatte laut Schowe rein sachliche Gründe: 1992 sollte das mittlerweile abgerissene „Alte Gasthaus Homann“ um ein Hotel erweitert werden – und das hatte man dem Wirt ausnahmsweise zugestanden, um den Betrieb zu sichern. Das Hotel wurde nie gebaut, „Homann“ gibt es nicht mehr. Also haben die politischen Gremien die 22 Jahre alte Hotel-Idee nun aus dem Bebauungsplan getilgt. Wozu der Bauantrag allerdings den Anstoß gab.

Auf dem Grundstück werde eine Grünfläche entstehen – wie es der Flächennutzungsplan und der Regionalplan vorsehen.

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