Aktivisten stellen Antrag an Verwaltung
Cannabis-Plantagen in Münster?

Münster -

Aktivisten haben die Stadt in einem Bürgerantrag aufgefordert, im Rahmen eines Modellprojekts den legalen Anbau und Verkauf von Cannabis zu ermöglichen. Dies sei durchaus möglich, wenn das Projekt der Wissenschaft oder der Allgemeinheit diene, betonen sie. Die Verwaltung will den Vorstoß prüfen.

Mittwoch, 16.04.2014, 05:04 Uhr

Cannabis-Aktivisten wollen die Pflanze legal in Münster anpflanzen und verkaufen.
Cannabis-Aktivisten wollen die Pflanze legal in Münster anpflanzen und verkaufen. Foto: dpa

Cannabis-Plantagen in Kinderhaus und Handorf, freier Marihuana- und Haschisch-Verkauf an jedermann an der Ludgeristraße oder am Hansaring: Was eigentlich illegal ist, könnte womöglich Realität werden, sollten Stadt und Politik auf die außergewöhnliche Idee kommen, einer so genannten Anregung nach § 24 der Gemeindeordnung stattzugeben, die jetzt drei Münsteraner eingereicht haben. Der Online-Texter Robert Brungert und die Studenten Micha Greif und Jonas Höltig wollen im Rahmen eines gewagten und durchaus umstrittenen Modellversuchs nicht nur die Droge Cannabis anpflanzen, sondern auch – ganz legal – verkaufen.

Drogenanbau und -verkauf mit dem Segen des Gesetzgebers? „Das ist durchaus möglich“, meint Brungert – „wenn ein wissenschaftliches oder gesellschaftliches Interesse nachgewiesen werden kann.“ Für den Cannabis-Verbraucher ist der Fall klar: Es gebe ein solches Interesse. Brungert verweist auf schwer kranke Menschen, bei denen Drogenkonsum Schmerzen stille, und „statistisch gesehen“ mindestens 11 700 Münsteraner, die angeblich regelmäßig Cannabis konsumieren würden.

Wir werden die Beratungen bei der Stadt genau verfolgen.

Polizeisprecher Roland Vorholt

Die Stadt bestätigt zum jetzigen Zeitpunkt lediglich den Eingang des Bürgerantrages. Bei der nächsten öffentlichen Ratssitzung, die nach der Kommunalwahl stattfindet, soll der Antrag offiziell bekanntgegeben werden, danach prüfe die Verwaltung, ob das Anliegen überhaupt rechtlich möglich sei. Falls ja, werde eine Vorlage verfasst, über die dann die Politik abstimmt, betont ein Mitarbeiter des Bürgeramtes. Die Polizei wollte den Antrag am Dienstag nicht weiter kommentieren, nur so viel: „Wir werden die Beratungen bei der Stadt genau verfolgen“, so ein Behördensprecher. 2013 registrierte die münsterische Polizei 943 Rauschgift-Straftaten. Behördenleiter Hubert Wimber hatte sich in der Vergangenheit wiederholt für eine Legalisierung von Cannabis stark gemacht .

Die Cannabis-Aktivisten verweisen auf Vorstöße der Kommunalpolitik in Berlin und Frankfurt, wo entsprechende Modellprojekte realisiert werden sollen. Wie Wimber sind sie dafür, Cannabis zu legalisieren. „Wer ein Problem damit hat, braucht Hilfe, keine Strafverfolgung“, so Greif.

2012 hatte eine US-Studie weltweit für Aufsehen gesorgt. 38 Jahre lang hatten Mediziner Nutzer von Cannabis beobachtet. Ergebnis der Untersuchung: Hanf-Konsum kann das zentrale Nervensystem massiv beschädigen, die Erinnerung beschädigen – und so schlichtweg dumm machen.

 

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