Parkhaus am Bahnhof
Ein Apfel voller Fahrräder – eine Idee für Münster?

Münster -

Ein „Fahrradapfel“ könnte helfen, das Leezen-Chaos an der Ostseite des Hauptbahnhofs zu bannen: Die Idee des kreisrunden Gebäudes, das Platz für 1000 Fahrräder bietet, stammt aus den Niederlanden und wurde von der SPD nun für Münster ins Spiel gebracht. Die Zeit drängt, denn spätestens im Sommer werden die Räder endgültig zum Problem.

Donnerstag, 17.04.2014, 07:50 Uhr aktualisiert: 17.04.2014, 12:22 Uhr
1000 abgestellte Fahrräder finden in diesem „Fietsappel“ Platz, der in der niederländischen Stadt Alphen steht. Ein Vorbild für Münster?
1000 abgestellte Fahrräder finden in diesem „Fietsappel“ Platz, der in der niederländischen Stadt Alphen steht. Ein Vorbild für Münster? Foto: Kuiper Compagnons

Manche Probleme werden erst dann gelöst, wenn es richtig heftig wird. Das haben sich die ehemaligen SPD-Ratsmitglieder Theo Sträßer und Rudolf Steingrube mit Blick auf die Ostseite des Hauptbahnhofs gesagt.

Ab Sommer duldet das Leezen-Chaos dort keinen Aufschub mehr, weil dann die Westseite des Hauptbahnhofs gesperrt wird – und sich am Bremer Platz gewaltige Fußgänger- und Radlermassen auf engstem Raum tummeln.

Wohin mit den vielen Fahrrädern? Die beiden Polit-Pensionäre haben sich in den Niederlanden umgeschaut und sind in der Stadt Alphen am Rhein fündig geworden. Dort steht am Bahnhof ein kreisrunder, sogenannter „Fietsappel“ (übersetzt Fahrradapfel): 30 Meter im Durchmesser, 15 Meter hoch und ausgestattet mit 1000 Fahrradständern. Aufgestellt werden könnte der „Appel“ in den Grünanlagen des Bremer Platzes.

Der Fietsappel sieht gut aus und passt zur Fahrradhauptstadt Münster.

Theo Sträßer, Ex-Ratsherr der SPD

Gleich drei Gründe haben Theo Sträßer veranlasst, sich näher mit diesem Stahlgerüst samt der spiralförmig angeordneten Erschließung zu beschäftigen: 1. Der Anstieg in dem stählernen Apfel ist moderat, „man muss nicht absteigen“. 2. Von der Bestellung bis zur Inbetriebnahme reichen sechs Monate. 3. „Der Fietsappel sieht gut aus und passt zur Fahrradhauptstadt.“

Die spiralförmig aufsteigende Rampe im Inneren bietet Platz für fast 1000 Fahrräder.

Die spiralförmig aufsteigende Rampe im Inneren bietet Platz für fast 1000 Fahrräder. Foto: Kuiper Compagnons

Um zu vermeiden, dass ihr Vorschlag im laufenden Kommunalwahlkampf zerrieben wird, will die SPD darauf verzichten, das Projekt per Ratsantrag zu puschen. Vielmehr wollen Sträßer und Steingrube auf dem Wege einer Bürgeranregung für das Bauwerk werben und fordern insbesondere die Verkehrsplaner auf, sich damit zu beschäftigen.

Generell müsse die Frage, wo man in der Innenstadt und am Hauptbahnhof Fahrräder abstellen könne, „mehr Aufmerksamkeit bekommen“, so Steingrube.

Nach Recherchen unserer Zeitung geben die Erbauer, die niederländische Firma Kuiper Compagnons aus Rotterdam, die Kosten mit rund 1500 Euro je Quadratmeter an. Bei 1500 Quadratmetern Nutzfläche wären dies 2,25 Millionen Euro. Auch größere Anlagen als die in Alphen sind möglich.

Ob Provisorium während der Bauzeit oder Dauerinstallation, ob bewirtschaftet oder frei nutzbar – dies ist für die beiden Initiatoren offen. „Uns lag nur daran, eine Anregung für die weitere Planung zu liefern.“

 

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