Zentrum der Universität
Kompromiss im Islamstreit in Sicht

Münster -

Im jahrelangen Streit um das Zentrum für islamische Theologie an der Universität Münster bahnt sich ein Kompromiss an. Vorläufig soll statt eines Beirats der Koordinationsrat der Muslime in Deutschland direkt um Zustimmung zu wichtigen Entscheidungen im Zentrum gebeten werden.

Samstag, 19.04.2014, 12:04 Uhr

 Prof. Mouhanad Khorchide bekam durch den Besuch des Bundespräsidenten zuletzt starke symbolische Unterstützung
 Prof. Mouhanad Khorchide bekam durch den Besuch des Bundespräsidenten zuletzt starke symbolische Unterstützung Foto: Jürgen Peperhowe

Friedenszeichen im Streit um den richtigen Islam: Am Runden Tisch, an dem über die Zukunft des Zentrums für islamische Theologie (ZIT) an der Universität Münster verhandelt wird, ist allem Anschein nach ein Kompromiss mit dem Koordinationsrat der Muslime zustande gekommen. Der Senat der Universität stimmt am Mittwoch (23. April) über eine Änderung der Ordnung des konfessionellen Beirats für Islamische Theologie ab. Danach soll für wichtige Entscheidungen nicht mehr – wie bisher – die Zustimmung des Beirats erforderlich sein. Die Uni will diese Angelegenheiten wie Personalentscheidungen vorübergehend direkt mit dem Koordinationsrat der Muslime (KRM) abstimmen. Eine entsprechende Regelung soll bis Ende 2015 gelten.

Die Gründung des Beirats, der je zur Hälfte aus von der Universität berufenen und durch den KRM bestellten Mitgliedern bestehen sollte, war bisher nicht zustande gekommen. Gegen ein vom KRM vorgeschlagenes, der Organisation Milli Görus nahestehendes Mitglied hegte die Bundesregierung Bedenken wegen dessen Verfassungstreue, es folgte eine Auseinandersetzung.

Folge ist, dass Professoren für das ZIT nicht berufen werden können, immer nur Verträge für ein Semester erhalten konnten. Der KRM soll nun entscheiden können, ob etwa der Berufung des Professors Milad Karimi zugestimmt wird, der bereits seit zwei Jahren am ZIT muslimische Religionslehrer ausbildet. Auch der Leiter des ZIT, Prof. Mouhanad Khorchide, war 2010 nach direkter Zustimmung des KRM berufen worden. Jetzt ist es im Streit um Glaubensrichtungen im Islam ruhig geworden. Bei den Gesprächen am Runden Tisch sei, wie zu hören ist, vereinbart worden, die Auseinandersetzung in der bundesweit geführten Mediendebatte nicht weiter zu schüren.

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