Schwerpunktaktion ab Montag
Polizei nimmt Fahrradfahrer wieder ins Visier

Münster -

Die nächste der sogenannten Schwerpunktaktionen der Polizei beginnt am Montag (28. April). Zwei Wochen lang stehen Radfahrer als Verkehrsteilnehmer erneut im Visier der Ordnungshüter.

Mittwoch, 23.04.2014, 17:04 Uhr

Im Fahrradmekka Münster treten die Radler ganzjährig in die Pedale – besonders, wenn der Winter so schneearm, und mild war, wie der vergangene. Das wirkt sich auch auf die Unfallstatistik aus. Zwar gab es in den ersten drei Monaten des Jahres insgesamt weniger Verkehrsunfälle als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die Anzahl der Unfälle mit Radlerbeteiligung stieg aber um 20 Prozent an, wie Udo Weiss , Leiter der Direktion Verkehr der Polizei Münster, am Mittwoch darlegte.

Dem Schutz der Radfahrer im Stadtverkehr gilt deswegen auch in Zukunft das besondere Augenmerk der Verkehrspolizei und des städtischen Ordnungsamtes . Bereits am kommenden Montag (28. April) beginnt die nächste der sogenannten Schwerpunktaktionen der Polizei. Zwei Wochen stehen Radfahrer als Verkehrsteilnehmer erneut im Visier der Ordnungshüter. Zu ihrem eigenen Wohl, unterstreicht Weiss, der bereits mit Sorgen der Fußball-Weltmeisterschaft im Juni und Juli entgegensieht. Ohnehin schnellen die Unfallzahlen mit Radlerbeteiligung hoch, wenn es draußen in lauen Sommernächten besonders lauschig und die Verlockung nach dem ein oder anderen Drink im Biergarten groß ist.

„Wenn Alkohol im Spiel ist, verletzen sich Radler bei Unfällen oft besonders schwer“, sagt Weiss. Ab einem Promille Alkohol im Blut verenge sich das Sichtfeld zum Tunnelblick. So war es bei dem Radfahrer, der kürzlich erheblich betrunken mitten auf dem leeren Domplatz vor einen Wasserhydranten fuhr und übel stürzte, erzählt der Polizeidirektor. Ereignisse wie die anstehende WM mit Public Viewing spät in der Sommernacht nennt er eine „anspruchsvolle Entwicklung“ für die Polizei.

Fehler bei der Vorfahrt, beim Abbiegen, besonders aber beim Abstandhalten gehören bei Radlern zu den häufigsten Unfallursachen. „Auf den oft stark frequentierten Radwegen, wo Radfahrer mit sehr unterschiedlicher Geschwindigkeit unterwegs sind, halten viele zu geringe Abstände“, sagt Weiss. Die Folge: Auffahrunfälle mit Stürzen.

Für Ordnungsamtsleiter Martin Schulze Werner ist das ein Zeichen, dass in der Fahrradstadt Münster nicht nur über Verkehrserziehung durch Kontrollen und Aufklärung nachgedacht werden muss, sondern auch über neue, unkonventionelle Ideen, den Radverkehr sicherer und gleichzeitig attraktiver zu machen. Schulze Werner denkt an die Einrichtung von „Fahrradautobahnen“, wie es sie in anderen Regionen vereinzelt gibt, vor allem aber auch an größere Aufstellflächen für Fahrradfahrer an Kreuzungen und Straßeneinmündungen.

In den Bereich Verkehrserziehung fällt auch sein Wunsch an den Gesetzgeber, für Radfahrer unter Alkoholeinfluss endlich einen „Ordnungswidrigkeiten-Tatbestand“ zu schaffen. Im Klartext: Auch gegen Radler, die weniger als die bisher geltende Obergrenze von 1,6 Promille im Blut und sich damit einer Straftat schuldig gemacht haben, sollen Knöllchen verhängt werden dürfen. 191 Radler oberhalb dieser Grenze erwischte die Polizei im vergangenen Jahr und bat sie zur Blutprobe.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/2405519?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F2572714%2F2572716%2F
Autokorso fürs Eheglück
Die Kultur türkischer Hochzeiten: Autokorso fürs Eheglück
Nachrichten-Ticker