Freiluftausstellung erinnert an Wissenschaftler
Domagks Straße

Münster -

Die Universität Münster erinnert an den Mediziner und Pathologen Gerhard Domagk, der vor 50 Jahren gestorben ist und vor 75 Jahren den Nobelpreis zuerkannt erhielt. Das ganze an Ort und Stelle – an der Domagkstraße im Klinikenviertel unter freiem Himmel.

Donnerstag, 24.04.2014, 20:04 Uhr

Die Domagkstraße erinnert jetzt mit einer Ausstellung auf großformatigen Tafeln unübersehbar an ihren Namensgeber, den berühmten Forscher und Nobelpreisträger Gerhard Domagk.
Die Domagkstraße erinnert jetzt mit einer Ausstellung auf großformatigen Tafeln unübersehbar an ihren Namensgeber, den berühmten Forscher und Nobelpreisträger Gerhard Domagk. Foto: Matthias Ahlke

Die Straße entlang der alten Unikliniken trägt seinen Namen. Doch Gerhard Domagk , der Mann, an den das Straßenschild erinnert, ist für die meisten ein Unbekannter. Das ist jetzt anders: Wer die Domagk-Straße passiert, kann gar nicht mehr an den Verdiensten des Mediziners, der 1939 den Nobelpreis erhielt, vorbeisehen. 50 Jahre nach seinem Tod und 75 Jahre nach der Zuerkennung des Nobelpreises für die Entwicklung des ersten Antibiotikums hat die Arbeitsstelle Forschungstransfer der Universität auf der Domagkstraße eine Ausstellung installiert. 14 großformatige Tafeln erinnern an den Forscher, durch dessen Entdeckung viele bis dahin tödliche Infektionskrankheiten ihren Schrecken verloren. 1932 hatte Domagk, der an der Universität Münster Professor war, aber bei den Bayer-Werken in Elberfeld im Labor forschte, das erste Antibiotikum Prontosil entwickelt.

Ab 1935 wurden damit weltweit Patienten behandelt – und gerettet, so auch der Sohn des damaligen US-Präsidenten Roosevelt. Die Entdeckung wurde weltberühmt, den Nobelpreis 1939 durfte Domagk im Nazi-Deutschland nicht annehmen (WN, 8. April).

Die Ausstellung entlang der Domagkstraße beleuchtet nicht nur die medizinischen Leistungen, sondern auch den Menschen Gerhard Domagk als einen ebenso akribisch und fleißig arbeitenden wie überaus bescheidenen Menschen.

Passanten erfahren, wie die schrecklichen Erlebnisse als Soldat im Ersten Weltkrieg in ihm den Wunsch formten, einen Beitrag zu leisten, Menschenleben zu erhalten. Es wird klar, dass er den Weg ins Forschungslabor der Bayerwerke wählte, weil er überzeugt war, hier praktisch mehr für die Rettung von Menschenleben zu leisten, als in der Grundlagenforschung an der Universität „eine Beamtenstelle zu ersitzen“. Eine Tafel zeigt Domagk, den Freund moderner Kunst, der mit berühmten Malern wie Emil Nolde und Otto Dix befreundet war.

Auf der Rückseite der Tafeln erfahren Betrachter mehr über die Institute der medizinischen Fakultät an der Domagkstraße und weitgehend leicht verständlich über deren Arbeit und Aufgaben: Aufklärung in medizinischer, aber auch Münster-historischer Bildung.

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