Daten-Projekt der Uni
Neue Wetter-App für Münster

Münster -

„Entweder es regnet oder die Glocken läuten“, so wird Münster gerne in Kurzform beschrieben. Wer das gerne anhand wissenschaftlicher Daten belegen will, braucht jetzt nur noch sein Smartphone zücken.

Montag, 12.05.2014, 14:38 Uhr

Die Android-App „Wetter Münster“ bietet Zugriff auf die Daten der neuen meteorologischen Messstation an der Heisenbergstraße.
Die Android-App „Wetter Münster“ bietet Zugriff auf die Daten der neuen meteorologischen Messstation an der Heisenbergstraße. Foto: Jan Hullmann

Die neue meteorologische Messstation ist schon von Weitem sichtbar: Das silbrige Metallgerüst ragt in der Heisenbergstraße hoch über den Neubau für die Geowissenschaften der Universität Münster empor. Die Spitze des Turms befindet sich fast 40 Meter über dem Eingang im Erdgeschoss. Verschiedene Messgeräte sammeln dort oben eine Reihe von Daten: Windrichtung und Windgeschwindigkeit, Temperatur, Luftfeuchte, Niederschlag, Luftdruck und Sonneneinstrahlung. Die gesammelten Daten sind ab jetzt dauerhaft und in Echtzeit über die Webseite www.uni-muenster.de/Klima zugänglich. Alle Interessierten haben zudem jetzt erstmals die Möglichkeit, sich die Daten über eine App für Android-Smartphones aufs Handy zu laden.

Die App „MünsterWetter“ ist kostenlos über den Google Play Store erhältlich und bietet neben dem Zugriff auf Wetterdaten der letzten 20 Tage auch eine Live-Webcam mit Blick auf die Innenstadt. Was die App nicht macht: Vorhersagen über das Wetter in der Stadt zu treffen.

Live-Webcam

Live-Webcam Foto: Jan Hullmann

Die Arbeitsgruppe Klimatologie am Institut für Landschaftsökologie stellt den Münsteranern seit 2003 Wetterdaten zur Verfügung – sie betreibt die einzige Station, die kontinuierlich Wetterdaten in Münster sammelt. Bisher wurden die Daten auf dem Dach des alten Institutsgebäudes in der Robert-Koch-Straße gesammelt und im Internet veröffentlicht.

Die alte Station bleibt nach Angaben der Universität jedoch vorerst auch noch in Betrieb. „Mindestens ein Jahr lang werden wir die Daten beider Stationen sammeln und vergleichen“, erklärt Prof. Dr. Otto Klemm, Leiter der Arbeitsgruppe Klimatologie. Die Wissenschaftler müssten beispielsweise sicherstellen, dass Messreihen, die über viele Jahre laufen, nicht durch den Standortwechsel beeinträchtigt werden. Schließlich könnten schon geringe Abweichungen der geografischen Lage – beispielsweise was die Höhe angeht, in der gemessen wird – zu etwas unterschiedlichen Werten führen. Für den Gebrauch im Alltag sei dies zwar zu vernachlässigen, bei wissenschaftlichen Projekten müsse es aber berücksichtigt werden.

Prof. Dr. Otto Klemm, Leiter der AG Klimatologie, auf dem Dach der Geowissenschaften – im Hintergrund die neue Wetterstation.

Prof. Dr. Otto Klemm, Leiter der AG Klimatologie, auf dem Dach der Geowissenschaften – im Hintergrund die neue Wetterstation. Foto: WWU/Peter Grewer

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