Die jüngsten Kandidaten
Das sind die „Küken“ der Wahl

Münster -

Der durchschnittliche münsterische Kandidat bei der Kommunalwahl ist nicht mehr der Allerjüngste, doch es gibt Bewerber, die drücken den Altersschnitt. Die jungen Kandidaten vereint zweierlei: Sie wollen mitgestalten – und junge Menschen zum Wählen animieren.

Donnerstag, 22.05.2014, 15:05 Uhr

Diese Jungpolitiker hoffen auf einen Sitz im neuen Rat der Stadt Münster (v.l.): Christopher Schaffel (FDP), Sven Gotthal (CDU), Katharina Köhnke (SPD), der jüngste Kommunalwahl-Kandidat Simon Helkenberg (Piraten) und Jörg Rostek (Grüne).
Diese Jungpolitiker hoffen auf einen Sitz im neuen Rat der Stadt Münster (v.l.): Christopher Schaffel (FDP), Sven Gotthal (CDU), Katharina Köhnke (SPD), der jüngste Kommunalwahl-Kandidat Simon Helkenberg (Piraten) und Jörg Rostek (Grüne). Foto: Lisa Stetzkamp

Katharina findet man in Münster „überall dort, wo gute elektronische Musik läuft“. Sven will, dass es auch in Zukunft in der Innenstadt die Möglichkeit gibt, „Party zu machen“. Simon wünscht sich „Gratis- W-Lan in der City“.

Katharina, Sven und Simon sind nicht irgendwelche Jugendlichen: Sie sind die jüngsten Kommunalwahl-Kandidaten ihrer Parteien. Wobei „jung“ relativ ist. Sven Gotthal ( CDU ) ist bereits 30, der jüngste Grünen-Kandidat Jörg Rostek 32. Immerhin: Die FDP schickt mit Christopher Schaffel einen 22-Jährigen ins Rennen, Katharina Köhnke von der SPD ist erst 19 – und Simon Helkenberg von den Piraten mit 18 das Küken unter den Kommunalwahl-Kandidaten.

Mir ist es wichtig, mich zu engagieren – weil mich die Politik ja auch betrifft.

Simon Helkenberg

„Ich bin über Twitter mit anderen Piraten in Kontakt gekommen“, erzählt Helkenberg. Die Partei sei irgendwie „lockerer und moderner“ – „und Internet wird hier nicht als Neuland gesehen“. Dass er nun auf den Stimmzetteln für die Kommunalwahl steht, findet der Hittorf-Abiturient „sehr spannend“. „Mir ist es wichtig, mich zu engagieren – weil mich die Politik ja auch betrifft.“ Im Übrigen: Wer heute sage, ihm sei alles egal, der dürfe sich in zehn Jahren nicht beschweren.

Vielleicht ist den jüngeren Mitgliedern die Kommunalpolitik zu langweilig.

Jörg Rostek

Vom jüngsten Grünen-Kandidaten Jörg Rostek trennen Helkenberg 14 Jahre. „Vielleicht ist den jüngeren Mitgliedern die Kommunalpolitik ja zu langweilig und zu verstaubt“, mutmaßt er darüber, warum die Grünen keinen 18-Jährigen ins Rennen schicken. Rostek war im AStA aktiv, kämpfte erfolgreich gegen die Musikhalle, trat 2009 bei den Grünen ein. Ihm sei es unter anderem wichtig, dass junge Wähler überhaupt an die Urnen gehen. Als Mitglied des Vereins „Mehr Demokratie“ organisiert er Aktionen mit dem Jugendrat, der das gleiche Ziel hat.

Ich wollte damals etwas für Jugendliche in Coerde bewegen.

Katharina Köhnke

In genau diesem Gremium begann die politische Karriere von Katharina Köhnke, die Soziale Arbeit studiert. „Ich wollte damals etwas für Jugendliche in Coerde bewegen“, sagt die 19-Jährige. „Cool“ sei es gewesen, was der Jugendrat mit seinem kleinen Etat so auf die Beine stellen konnte. Sie trat in die SPD ein, gehörte dem Juso-Vorstand an – und will nun in den Rat, um sich für junge Themen einzusetzen. Dass die Sitzungen nicht immer spannend sind, „nehme ich gerne in Kauf“.

Nicht meckern, sondern aktiv mitgestalten.

Sven Gotthal

CDU-Kandidat Sven Gotthal ist Vater einer Tochter, die beiden gehen gerne schwimmen. „Nicht meckern, sondern aktiv mitgestalten“, das sei der Grund, warum er in die Politik ging. In der CDU fühle er sich wohl, da gebe es gar nicht so viele alte Leute, wie manche denken. Wie Helkenberg hat Gotthal, für den ehrenamtliches Engagement große Bedeutung besitzt, das Ziel, vor allem junge Wähler zu bewegen, am Sonntag ihr Kreuzchen zu machen: „Das muss nicht zwingend bei der CDU sein, Hauptsache, sie gehen überhaupt hin.“

Eine bunte Truppe.

Christopher Schaffel

Christopher Schaffel von der FDP studiert Jura. Er war früher Schülersprecher, trat dann bei den Jungliberalen ein. „Eine bunte Truppe“, sagt der Freizeit-Kabarettist, der mit seinen politischen Mitstreitern auch mal abends einen Partei-Stand im Hafen aufbaut, um Schüler und Studenten in Gespräche zu verwickeln – und zur Wahl zu bewegen.

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