Willem-Alexander und Máxima tauschen sich mit Studenten aus
Ein königlicher Europäer

Münster -

König Willem-Alexander und Königin Máxima sprachen mit Niederlande-Studenten im Krameramtshaus. Dabei wünschte er sich einen Ausbau der guten nachbarschaftlichen Beziehungen über Europa hinaus.

Dienstag, 27.05.2014, 17:05 Uhr

Willkommen in Münster: Oberbürgermeister Markus Lewe (2.v.l.) führte den König (M.) und Ministerpräsidentin Hannelore Kraft über den Lamberti-Kirchplatz zum Haus der Niederlande.
Willkommen in Münster: Oberbürgermeister Markus Lewe (2.v.l.) führte den König (M.) und Ministerpräsidentin Hannelore Kraft über den Lamberti-Kirchplatz zum Haus der Niederlande. Foto: dpa

Ein bisschen wollen sie ihn locken, den niederländischen König. Die pfiffigen Studentinnen fragen ihn nach seinem Europabild, gerade nach dem Erstarken populistischer Parteien bei der Wahl am vergangenen Sonntag. „In meiner Position darf ich oft keine Meinung haben. Und das ist nicht immer einfach“, antwortet König Willem-Alexander mit großer Offenheit – verbunden allerdings mit der leisen Hoffnung: „Ich hoffe, dass Sie mein Idealbild von Europa haben.“

Haben sie. Denn die Niederlande-Studenten aus Münster schlagen ihm im Beisein von NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft ein separates Schulfach Europa vor. Die lobt das Engagement, bleibt allerdings skeptisch: „Wir können den Fächerkanon nicht öffnen. Diese Hausaufgaben müssen Fächer wie Geschichte und Politik machen“, sagt Kraft.

Im Haus der Niederlande ist die Nacht um 4 Uhr vorbei. Es wird gewienert und gesaugt; alles ist blitzeblank, als das niederländische Königspaar auf dem roten Teppich vor dem Eingang von Uni-Rektorin Prof. Dr. Ursula Nelles begrüßt wird.

Das Zentrum für Niederlande-Studien feiert in diesem Jahr das 25-jährige Bestehen. Als Kronprinz hatte Willem-Alexander die Einrichtung im Mai 1995 eröffnet. „Ich kann mich daran gut erinnern“, plaudert er.

Direktor Prof. Dr. Friso Wielenga und Geschäftsführer Dr. Loek Geeraedts hatten sich an das Königshaus gewandt – mit der Einladung zum Jubiläum. Die Folge war der Arbeitsbesuch von Willem-Alexander und Máxima in Münster.

Im Krameramtshaus , „einer der Geburtsorte der Niederlande“, betont Wielenga in seiner Begrüßung, diskutieren 36 Niederlande-Studenten eine Stunde lang mit dem Königspaar über die Einrichtung, Europa und die deutsch-niederländischen Beziehungen. Unter ihnen ist Raimon Reuter, der 2007 seinen Master in Münster gemacht hatte und heute als Lobbyist in Den Haag arbeitet. „Dort sehe ich den König häufiger – auch wenn er mit der goldenen Kutsche zum Parlament fährt.“

Im Haus der Niederlande sprach König Willem-Alexander mit Studenten.

Im Haus der Niederlande sprach König Willem-Alexander mit Studenten. Foto: Jürgen Peperhowe

Wie all die anderen jungen Leute ist Reuter nach dem kurzen Austausch begeistert von der Lockerheit des Königspaares. „Der König war sehr nett, ganz unverkrampft“, sagt er. Willem-Alexander plaudert mit den Studenten auf Deutsch, Máxima spricht mit ihnen Niederländisch und fragt vor allem nach den Berufsperspektiven der Studenten.

Der König findet es „super, dass so viele junge Menschen das Fach Niederländisch wählen“. Er wünscht sich einen Ausbau der guten nachbarschaftlichen Beziehungen über NRW hinaus. Die Studenten fragt er, wie das – gerade mit Blick auf die ostdeutschen Bundesländer – gelingen kann. „Über die Kultur“, rät ihm Anna Domalewska.

Dann drängt das Protokoll. Es schüttet wie aus Eimern, als das Königspaar elegant in die Limousine steigt, die vor dem Haus der Niederlande wartet. Zum Abschied fährt Königin Máxima die Scheibe herunter und ruft den winkenden Münsteranern zu: „Geht doch rein, es regnet.“

 

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