Clemensschwester verkaufen Teile ihres Mutterhauses
Wohnen am Kreuzgang

Münster -

Um Einnahmen für Sanierungsarbeiten und die Alterssicherung erzielen zu können, haben die Clemensschwestern Teile ihres Klosterareals in Münsters Innenstadt verkauft. Hier entstehen jetzt rund 25 Wohnungen.

Dienstag, 27.05.2014, 18:05 Uhr

Rund um den Kreuzgang des Mutterhauses entstehen 25 Wohnungen. Das verkündeten der Unternehmer Michael Lüke (v.l.), Generaloberin Schwester Charlotte Schulze Bertelsbeck und die Generalökonomin Schwester Gisela Maria Manders.
Rund um den Kreuzgang des Mutterhauses entstehen 25 Wohnungen. Das verkündeten der Unternehmer Michael Lüke (v.l.), Generaloberin Schwester Charlotte Schulze Bertelsbeck und die Generalökonomin Schwester Gisela Maria Manders. Foto: Oliver Werner

Die ersten Überlegungen liegen bereits fünf Jahre zurück, der Entschluss ist längst gefasst – und doch muss Schwester Charlotte Schulze Bertelsbeck, Generaloberin der Clemens­schwestern, mächtig schlucken, als sie vor der Presse die Nachricht verkündet: Die Ordensgemeinschaft hat sich von einem 2400 Quadratmeter großen Teil ihres Mutterhauses in Münsters Innenstadt getrennt. Immerhin existiert der Orden in Münster seit 1808.

„Ja, es fällt schwer, diesen Schritt zu gehen“, so die Generaloberin. Aber die Schwestern seien nicht mehr in der Lage, das riesige Areal zwischen der Raphaelsklinik und dem Servatiikirchplatz zu bewirtschaften. Überdies benötige der Orden Geld, um pflegebedürftige Mitschwestern zu betreuen und den verbleibenden Teil des Mutterhauses zu sanieren. Das Durchschnittsalter der Clemensschwestern liegt bei 79 Jahren.

Alterssicherung

Die Vermögensfragen der Clemensschwestern werden geregelt von der Gräflich Stolbergschen Stiftung. Sie hat das Klosterareal an die CM-Immobilien verkauft. Der Erlös dient der „baulichen Ertüchtigung des verbleibenden Mutterhauses“, wie es heißt, sowie der „Alterssicherung der Ordensangehörigen“.

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Unter dem Titel „Clemens-Bögen“ wird die münsterische Immobilienfirma CM ab Frühjahr 2015 den von ihr erworbenen Teil der Klosteranlage umbauen und 25 Wohnungen errichten. Der Gebäudekomplex wird nach Angaben des CM-Geschäftsführers Michael Lüke drei Zugänge erhalten: an der Klosterstraße, an der Ecke Klosterstraße/Servatiikirchplatz und am Servatiikirchplatz. Die Fertigstellung ist für 2016 geplant.

Das Grundstück liegt im Bereich der Altstadtsatzung. Deshalb werde CM auch versuchen, den städtebaulichen Eingriff so gering wie möglich zu halten, erklärt Lüke. Am Servatiikirchpatz beispielsweise werde „das Erscheinungsbild der Fassade“ nicht verändert.

An der Klosterstraße indes sei es unumgänglich, einen Teil der Gebäudefront abzureißen, um eine Tiefgarage errichten zu können und zudem einen Zugang zum Innenhof zu bekommen.

Bei diesem Innenhof handelt es sich genauer gesagt um den Kreuzgang des Klosters mit seinen 24 Bögen. Ein Teil des Kreuzganges wird den angrenzenden Wohnungen zugeschlagen, ein anderer Teil dient als Erschließungsweg für weitere Wohnungen.

Der Umstand, dass der Kreuzgang nicht abgerissen wird, sei bei den rund 80 im Mutterhaus lebenden Schwestern sehr positiv aufgenommen werden, erklärte die Generaloberin Schwester Charlotte weiter.

Sozialwohnungen werden übrigens in den „Kloster-Bögen“ nicht gebaut. Dafür dürfte der Kaufpreis, über den beide Seiten Stillschweigen vereinbart haben, einfach zu hoch sein.

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