Pläne für Aa-Renaturierung sprudeln
Es ist alles im Fluss

Münster -

Wenn die Planungen so weiter fließen, dann könnte es mit der Renaturierung der Aa zwischen dem Hallenbad-Mitte und dem Stadtgraben im kommenden Jahr etwas werden. Die Aktion Münster im Fluss vor knapp zwei Jahren war ein Testballon, jetzt wird es ernst.

Samstag, 31.05.2014, 16:05 Uhr

Diese Steine am Rande der Aa an der Westerholtschen Wiese sind die Reste eines Versuchs, der zeigen sollte, wie ein naturnahes Flussbett aussieht.
Diese Steine am Rande der Aa an der Westerholtschen Wiese sind die Reste eines Versuchs, der zeigen sollte, wie ein naturnahes Flussbett aussieht. Foto: Oliver Werner

Es ist alles im Fluss. Läuft es glatt, dann könnte der Aa-Abschnitt an der Westerholtschen Wiese schon im nächsten Jahr aus seinem starren Betonbett geholt werden. Das zumindest wäre der Wunsch der städtischen Planer. In zwei, drei Jahren, hofft Berthold Reloe vom Tiefbauamt, wäre dann möglicherweise auch eine Verbesserung der Aa-Sohle in der Innenstadt an der Reihe, die heute ebenfalls noch in Beton gegossen ist.

Vor knapp zwei Jahren testete die Stadt anlässlich der Veranstaltungsreihe „1 Aa Münster im Fluss“ bei der Westerholtschen Wiese und im Bereich Am Stadtgraben , wie ein naturnahes Flussbett der Aa aussehen könnte. Aber Kies und Sand sind längst wieder weggespült. Nur Felsblöcke ragen an der Westerholtschen Wiese noch aus dem Wasser. „Hier wird Geld weggeschmissen“, kritisiert ein Anwohner. Gewässerökologe Lutz Hirschmann sieht die Felle aber auf keinen Fall wegschwimmen. Denn der Versuch habe keine großen Kosten verursacht und sei ohnehin keine dauerhafte Einrichtung gewesen, sagt der städtische Gewässerökologe.

Jetzt aber geht es um Vorbereitungen für „ein sehr komplexes Planverfahren“, erklärt Reloe vom Tiefbauamt. Bis zum Herbst möchte die Verwaltung startklar sein.

Anders als an der Kanalstraße, wo sich die Aa wieder durchs Grüne schlängelt, ziehen an der Westerholtschen Wiese die Stadtmauer, die Skulpturenhecke, das Stadtbad und Wiesennutzungen Grenzen für eine naturnahe Aufwertung. „Bei allen Planungen müssen wir bedenken, dass diese Auswirkungen auf Jahre haben“, sagt Reloe. Trotzdem setzt er auf eine Aufwertung zwischen Hallenbad und Stadtgraben.

Noch aber ist die Kostenfrage ungeklärt. In Kürze möchte das Tiefbauamt darum den Boden unterhalb des heutigen Betonbettes der Aa sondieren. Sollte dort noch Bauschutt liegen, dann könnte die Aa-Renaturierung erheblich teurer werden, befürchtet Reloe.

Insgesamt fließt die Aa rund 30 Kilometer durchs Stadtgebiet. Vor allem in den Außenbereichen wurden Teile bereits ökologisch aufgewertet. In der nächsten Woche wird ein Abschnitt bei Haus Kump offiziell freigegeben. Nur der Wunsch von Kanuten, dass die Aa irgendwann befahren werden kann, wird sich laut Reloe nicht erfüllen. Dafür gebe es zeitweise zu wenig Wasser.

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