Burn-out-Vorsorge beim Evangelischen Kirchenkreis
Mehr Müßiggang im Pfarramt

Münster -

Zwei Schwerpunkte hatte die Kreissynode des Evangelischen Kirchenkreises Münster: Mit einem Programm zur Gesundheitsvorsorge sollen Pfarrer, Hauptamtliche und Ehrenamtliche gegen Burn-out und Co. gewappnet werden. Zudem standen Wahlen an: Neuer Stellvertreter von Superintendentin Meike Friedrich ist Uwe Völkel.

Donnerstag, 05.06.2014, 17:06 Uhr

Das Thema Gesundheitsvorsorge wollen die Leiter des Evangelischen Kirchenkreises Münster verstärkt angehen: Superintendentin Meike Friedrich und ihr neuer Stellvertreter Pfarrer Uwe Völkel.
Das Thema Gesundheitsvorsorge wollen die Leiter des Evangelischen Kirchenkreises Münster verstärkt angehen: Superintendentin Meike Friedrich und ihr neuer Stellvertreter Pfarrer Uwe Völkel. Foto: Oliver Werner

Das Parlament des Evangelischen Kirchenkreises Münster – die Kreissynode – hat einen neuen Stellvertreter von Superintendentin Meike Friedrich gewählt. Zwei münsterische Pfarrer zogen bei der Abstimmung in Sassenberg den Kürzeren: Pfarrer Martin Mustroph und Pfarrer Stephan Draheim hatten sich beide als Assessor beworben. Die meisten Stimmen konnte jedoch der Kandidat aus Greven auf sich vereinen: Uwe Völkel , Pfarrer aus Greven-Reckenfeld, bekam im zweiten Wahlgang 51 von 88 möglichen Stimmen. Als vierter Kandidat war Pfarrer Michael Prien aus Sassenberg angetreten.

Jeder der Kandidaten habe ein sehr eigenes Profil gehabt, sagte Superintendentin Meike Friedrich, die froh ist, dass das Ergebnis so eindeutig ausgefallen ist. Womöglich auch deshalb, weil die inhaltlichen Schwerpunkte des 52-jährigen neuen Assessors beinahe wie die Faust aufs Auge zu dem Thema passen, mit dem sich die Kreissynode beschäftigt hat: Gesundheitsvorsorge bei Pfarrerinnen und Pfarrern, hauptamtlichen und ehrenamtlichen kirchlichen Mitarbeitern.

Uwe Völkel ist auch Supervisor, arbeitet in der Fort- und Ausbildung von Seelsorgern und berät kirchliche Mitarbeiter. „Ich glaube, ich habe einen guten Überblick über die Palette kirchlicher Arbeit“, sagt Völkel, „und weiß, was die Mitarbeiter beschäftigt“. Das sei wichtig in einer Leitungsfunktion.

Superintendentin Friedlich sieht „absoluten Handlungsbedarf“ bei der Gesundheitsvorsorge bei Pfarrern, Hauptamtlichen und Ehrenamtlichen. Ihrer Einschätzung nach sind alleine rund zehn Prozent der 80 Pfarrerinnen und Pfarrer im Kirchenkreis von Burn-out bedroht. Den Grund sieht sie in der Arbeitsverdichtung und dem von vielen Pfarrern empfundenen Bedeutungsverlust der Kirche. „Viele lasten sich dieses als eigenes Versagen an“, so Friedrich.

Die Kreissynode beschloss bei der Tagung, ein Konzept zur Gesundheitsvorsorge auf den Weg zu bringen. Darin sollen zum Beispiel Ansprechpartner benannt werden, an die Mitarbeiter sich wenden können, wenn ihnen die Arbeit zu viel wird.

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