Banken wollen Spielraum erweitern
Saftige Dispokreditzinsen dem Prüfstand

Münster -

Etliche Banken prüfen derzeit die Abschaffung des zusätzlichen Zinses für die Überziehung von Dispokrediten. Allerdings soll es fast überall bei zweistelligen Zinsbeträgen bleiben, wenn das Konto innerhalb des Dispo-Rahmens überzogen wird.

Mittwoch, 18.06.2014, 09:06 Uhr

Das kann teuer werden: Wer den Dispo-Kredit überzieht, muss oftmals saftige Zinsen zahlen. Die Sparda-Bank hat nun ein neues Modell beschlossen, und auch bei Sparkasse und Volksbank sucht man nach Lösungen für die Kunden.
Das kann teuer werden: Wer den Dispo-Kredit überzieht, muss oftmals saftige Zinsen zahlen. Die Sparda-Bank hat nun ein neues Modell beschlossen, und auch bei Sparkasse und Volksbank sucht man nach Lösungen für die Kunden. Foto: dpa

Eine unerwartet notwendige größere Anschaffung – und schon ist es passiert: Manche Bankkunden überziehen ihr Girokonto über den eingeräumten Dispositionsrahmen hinaus und müssen dafür saftige Zinsen von 15 Prozent und mehr bezahlen. Damit ist ab Juli bei der Sparda-Bank Münster Schluss, und auch andere Bankhäuser prüfen aktuell die Abschaffung des zusätzlichen Zinses für die Überziehung von Dispokrediten, wie es bei der Sparkasse Münsterland-Ost heißt.

Beschlossene Sache ist dies bei der Sparda-Bank Münster, wie der Vorstand der jüngsten Vertreterversammlung kundgetan hat. Ab Juli zahlen Kunden, die ihr Konto überziehen, egal ob im Dispo-Kredit-Rahmen oder darüber hinaus, 11,03 Prozent Zinsen, teilt Pressesprecherin Ute Cewe auf Anfrage mit. Bislang werden bei Überschreitung des Disporahmens 15,53 Prozent berechnet – also eine Ersparnis von 4,5 Prozent bei einer geduldeten Überziehung über diesen Kreditrahmen hinaus.

Für die Kunden sei dies transparenter und der Verwaltungsaufwand für die Bank geringer, heißt es. Ein Modell, das die Sparda-Banken in Baden-Württemberg bereits durchgesetzt haben und das der Sparda-Bank Münster, deren Geschäftsgebiet bis zur Nordsee-Küste reicht, als Vorbild diente, so Cewe. Allerdings müssten Sparda-Kunden im Ruhrgebiet und im Rheinland weiterhin den höheren Zinssatz zahlen. Denn die Rhein-Ruhr-Region bleibe beim alten Modell.

Die Sparkasse Münsterland-Ost „prüft aktuell die Abschaffung des Zinses für Kontoüberziehungen, der berechnet wird, wenn der eingeräumte Dispositionskreditrahmen überschritten wird oder aber gar kein Kreditrahmen eingeräumt ist“, erklärt Sprecherin Julia Bergmann. Der Dispozins zur Überbrückung kurzfristiger finanzieller Engpässe betrage bei der Sparkasse derzeit 11,753 Prozent. Bei Überziehungen werden 16,753 Prozent fällig. Bestehe der erhöhte Liquiditätsbedarf länger, „wird der Kunde zeitnah auf alternative Lösungen angesprochen“, so Bergmann.

Dispo-Zinsen hin oder her – „bei uns ist dies gar kein Diskussionsthema“, sagt Hermann-Josef Mergen, Sprecher der Volksbank Münster, die 11,75 Prozent für Dispokredite und weitere fünf Prozentpunkte bei einer geduldeten Überziehung dieses Rahmens verlangt. Ziel sei, dass die Kunden mit dem Dispo-Rahmen auskommen. Sei dies plötzlich nicht mehr der Fall, „werden den Kunden Verbraucherkredite empfohlen, die mit fünf bis sieben Prozent erheblich günstiger sind“.

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