Royale Patientin am Uniklinikum
Arabische Prinzessin wird in Münster behandelt

Münster -

Im Emirat Dubai ist Alya al Maktoum die Cousine des Herrschers. In Münster ist sie Patientin am Uniklinikum – und reiste gleich mit einem ganzen Stab an Begleitern an.

Donnerstag, 19.06.2014, 12:06 Uhr

Dubai ist die Heimat der Prinzessin, die am Universitätsklinikum Münster behandelt wurde und am Freitag wieder nach Hause fliegt.
Dubai ist die Heimat der Prinzessin, die am Universitätsklinikum Münster behandelt wurde und am Freitag wieder nach Hause fliegt. Foto: Shutterstock

Die Prinzessin ist einfach nur glücklich. Sie strahlt. Das Beste an Deutschland? Da muss sie nicht überlegen. Das ist ihr Arzt, Prof. Gosheger. Und seine Mitarbeiter. Die Schwestern und Pfleger, die Krankengymnasten. Ach, einfach die ganze Station. Die Lobeshymne prasselt in arabischer Sprache auf alle Besucher herab – und hat ihren Grund: Als die Patientin aus dem Königshaus der Vereinigten Arabischen Emirate vor knapp zwei Monaten ihr Zimmer im Westturm des Universitätsklinikums bezieht, da ist sie seit zwei Jahren bettlägerig. Auf den Rollstuhl angewiesen. Wenn sie am Freitag nach Hause fliegt, dann kann sie allein stehen und bereits 20 Schritte wieder gehen. Alya al Maktoum ist die Cousine des Scheichs Mohammed bin Raschid al Maktoum, Herrscher des Emirats Dubai sowie Premierminister, Verteidigungsminister sowie Vizepräsident der Vereinigten Arabischen Emirate. Und als solche geht die 64-Jährige natürlich nicht allein auf Reisen. Sie hat zwei eigene Köche dabei, die ihre Mahlzeiten zubereiten, zwei ihrer Kinder sowie zwei Enkel sind mit nach Münster gekommen, ebenso drei Frauen, die sie umsorgen und sich um ihr Wohl und ihre Wünsche kümmern. Und dass die Kommunikation klappt, dafür sorgt Dolmetscher Ramez Mohamed Jassem.

Eigene Köche? Schmeckt ihr das Essen im UKM nicht? „Nein, nein, so ist das nicht“, lässt sie übermitteln. Aber sie sei die arabische Küche gewöhnt, bei ihr werde viel auch mit indischen Gewürzen gekocht. Deshalb hat die Familie auch für die Zeit des Münster-Besuchs eine Wohnung gemietet, in der die Köche nach Herzenslust brutzeln können, um die Mahlzeiten dann im UKM-Patientenzimmer zu servieren. Und weil auf der Station gerade auch noch zwei weitere arabische Patienten liegen, werden die gleich mitbekocht.

Knieprobleme, heftigste Arthrose und ein künstliches Gelenk, mit dem sie nicht richtig klarkommt – das sind die Gründe, die die Prinzessin nach Münster geführt haben. Wie sie darauf gekommen ist? „Der Professor ist bei uns sehr bekannt“, übersetzt der Dolmetscher. Allerdings habe man sie auch gewarnt: „Sie lande hier in einem absolut ländlichen Raum, ob das wirklich so gut sei?“

Ja, es ist gut hier, sagt die Frau aus Dubai, die Münster sehr schön findet und „keineswegs ländlich“. Sohn und Tochter haben geshoppt, Geschenke gekauft, die jetzt noch mal mindestens vier Koffer zusätzlich füllen.

Freut sich Alya al Maktoum auf zu Hause? Sie lächelt diplomatisch. „Ja, schon, doch hier ist es auch sehr angenehm.“ Sie wird zunächst in die Residenz auf der Familieninsel mitten in Dubai zurückkehren und wenn es ihr dort zu trubelig und zu hektisch wird, dann zieht sie tageweise auf ein Anwesen etwas außerhalb mit großem Park und vielen Tieren. „Sie liebt ihre Falken“, hat sie Prof. Gosheger erzählt und ihn gleich eingeladen, sie dort zu besuchen.

Und wie konnten die Ärzte ihr nun helfen? „Wir haben zusammen mit unserer Orthopädischen Werkstatt eine spezielle Beinschiene für sie entwickelt und angefertigt, die sie stützt und ihr hilft, auf Krücken Schritt für Schritt zu wagen.“ Und das hat sie ihrem Arzt ganz fest versprochen: „Ich gehe jeden Tag einen Schritt mehr.“

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