40 Jahre Altenwohnheim Friedrichsburg
Auf Hochstelzen jeden begrüßt

Münster -

Superstimmung bei Sonnenschein und Sahneschnittchen – mit Sekt wurde am Mittwoch in der Parkanlage der Friedrichsburg angestoßen. Galt es doch, den 40. Geburtstag des Altenheims zu feiern. Und dafür hatten sich die Bewohner fein herausgeputzt.

Donnerstag, 26.06.2014, 13:06 Uhr

Im Altenheim Friedrichsburg ging es am Mittwoch hoch her. Mit einem Festprogramm zum 40. Geburtstag.
Im Altenheim Friedrichsburg ging es am Mittwoch hoch her. Mit einem Festprogramm zum 40. Geburtstag. Foto: Matthias Ahlke

Ganz besonders Anna Oestreich , die nicht hoch auf dem gelben Wagen daherkam, sondern galant auf Stelzen durch die Tischreihen stolzierte, einen jeden begrüßte und Lose aus ihrem Körbchen zog. Für die Tombola. Nur eine Attraktion des launigen Programms mit den Clowns Konrad und Pauline. Und mit der Live Band „two gehter“, die mit Musik der 70er Jahre, darunter „Aber bitte mit Sahne“ die Gesellschaft beschwingte.

Martin Runde ist seit April dieses Jahres Geschäftsführer des Hauses. Rundum wohl fühlt er sich in der Einrichtung, genauso wie Agnes Schwienhorst. Sie ist mit ihren 101 Jahren die älteste Bewohnerin der Friedrichsburg . 38 Jahre stand sie hinter der Ladentheke einer Bäckerei an der Neubrückenstraße. „Ich fühle mich hier zu Hause. Mein Zimmer ist schön, die Pfleger sind sehr freundlich und wir haben immer Spaß“, strahlte die 101-Jährige.

Mit einer Festmesse startete am Vormittag der Geburtstag des Altenheims, das vom guten Geist der Vorsehungsschwestern beseelt ist. Es verfügt über eine eigene Bücherei mit 3000 Medien, die seinerzeit von der Pfarrbücherei St. Antonius übernommen wurden.

Ob Flohmarktstand oder Buttons herstellen, Stellwände, auf denen sich die 40 Jahre in Wort und Bild ausbreiteten, Luftballon-Weitflugwettbewerb, Fußballtor – das Programm ließ keine Wünsche offen. „Wenn heute Deutschland spielt, machen wir ein Public Viewing“, berichtete Karin Tiggeman-Oestreich, Leiterin des sozialen Dienstes, deren Tochter als Hochstelzenläuferin die Gesellschaft erfreute.

Kurze Ansprachen standen zu Beginn auf dem Programm. So wünschte Seniorenseelsorgerin Ute Kerpen von der Kirchengemeinde Münster-Süd Gottes Segen. „Wir sind dankbar für alles, was hier an Kraft und Menschlichkeit gewachsenen ist“, überbrachte sie auch Grüße von Pfarrer Dr. Stefan Rau von St. Joseph.

Provinzoberin Schwester Paula Bomas: „Wir beten. Aber wir träumen auch. Mit einem Traum war die Friedrichsburg verbunden. Das Vorhaben des Miteinanderlebens von Bewohnern und Schwestern stieß damals auf Skepsis. Doch die Träume ziehen Kreise. Andere Orden haben dieses Konzept übernommen“, so Schwester Paula. Nicht nur der Körper brauche ein Zuhause, sondern auch die Seele. „Träume brauchen Flügel. Ohne Erdung sind sie nur Schäume.“

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