Preußen-Stadion
Westtribüne mit Stehplätzen?

Münster -

Beim Pokalspiel der Preußen gegen Bayern München wird es nicht mehr Sitze im Stadion geben: Jetzt denkt der Verein darüber nach, in diesem Bereich eine nicht überdachte, mobile Stehplatztribüne mit bis zu 2300 Plätzen für zusätzliche Zuschauer zu errichten

Montag, 30.06.2014, 07:06 Uhr

Die Westkurve des Preußen-Stadions ist unbenutzbar. Der Verein erwägt jetzt kurzfristig die Montage einer mobilen Stehplatztribüne für die kommende Saison – und das Pokalspiel gegen Bayern München.
Die Westkurve des Preußen-Stadions ist unbenutzbar. Der Verein erwägt jetzt kurzfristig die Montage einer mobilen Stehplatztribüne für die kommende Saison – und eventuell auch das Pokalspiel gegen Bayern München. Foto: Oliver Werner

Beim Pokalknüller der Preußen gegen Bayern München wird es nun doch nicht mehr Plätze im Stadion geben: Auch die zweite Alternative, im Bereich der brachliegenden Westtribüne eine mobile Sitztribüne für den Fußball-Knaller und möglicherweise auch die ganze nächste Saison zu installieren, wurde vom SC Preußen verworfen. „Die Sache rechnet sich nicht. Eine Überdachung würde zu große Kosten verschlingen. In der Saison 2014/15 werden wir dieses Projekt nicht realisieren“, sagt Sportvorstand Carsten Gockel .

Zwei konkrete Angebote hatte der Verein vorliegen, beide wären mit einem zu großen Risiko für den Club verbunden gewesen, hieß es. Das große Ziel bleibe, in mittelfristiger Zukunft eine Sitzplatztribüne nach Modell der Haupttribüne zu bauen.

Für den Übergang, also zum Beispiel die Spielzeit 2014/15, war über Zwischenlösungen nachgedacht worden. Nach den Gesprächen mit der in Münster ansässigen Firma Condor sei aber eine weitere Alternative denkbar: die kurzfristige Installation einer unüberdachten Stehplatztribüne im Bereich West. Dies würde dem SCP ermöglichen, in diesem Bereich zwischen 2000 und 2300 weitere Stehplätze anbieten zu können. „Wir prüfen das für die Pokalpartie gegen die Bayern und dann auch für den Gebrauch in der kommenden Saison“, sagt Gockel. Die Kosten wären, weil statische Elemente für die Überdachung wegfielen, deutlich geringer. Bei voller Auslastung könnte der SCP im Meisterschaftsbetrieb der dritten Liga geschätzt im Idealfall bis zu gut 20 000 Euro mehr einnehmen, in der Pokalpartie gegen Bayern München sogar rund 41 000 Euro – wenn die Plätze dann verkauft würden.

So einfach ist die Rechnung für Carsten Gockel derweil nicht, denn: Man müsse abwarten, ob sich die Zuschauer nur anders verteilen oder wirklich zusätzlich Publikum ins Stadion komme. Eine Zusatztribüne mache vor allem Sinn, wenn das Stadion ausverkauft wäre. Dazu dürfte es in der kommenden Saison die Möglichkeit in den Heimspielen gegen Osnabrück und Bielefeld sowie Dresden und Duisburg geben, bei entsprechender Tabellensituation auch in weiteren Partien. Somit ist nach Gockels Einschätzung ein Risiko gegeben, weil niemand den Saisonverlauf voraussehen könne.

Was also spricht für die Zusatztribüne? Zum einen bestünde mehr Platz für eigene Fans. Auch Gäste-Clubs könnten mehr Anhänger mitbringen. Osnabrück, Bielefeld oder Duisburg würden dem SCP auch mehr als die sonst üblichen rund 3000 Stehplatzkarten für den Gästebereich abnehmen. Münster hätte so ein größeres, gut zu kontrollierendes Areal für Fans von Gäste-Clubs.

In der Regel sind, ohne die Westkurve, 15 000 Zuschauer zugelassen. Gegen Bayern München dürfen nach Absprache mit dem Ordnungsamt und den Sicherheitsbehörden 16 800 Zuschauer ins Stadion. Stockt der SCP mit „fliegenden Bauten“ um 2300 Zuschauer auf, fänden 19 100 Menschen Platz beim Bayern-Spiel. Gockel: „Wenn uns das konkrete Angebot für die unüberdachte Stehplatztribüne vorliegt und der Verein es für gut befindet, müssen dann aber noch Genehmigungen und Absprachen mit der Stadt und den Behörden erfolgen.“ Im Idealfall könnte eine solche Tribüne bereits Ende Juli montiert sein, und damit passend zum Saisonstart.

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