Protest gegen Gremmendorfer Neubaugebiet
Anlieger fürchten um Allee

Münster-Gremmendorf -

Gegen das geplante Wohngebiet am Gremmendorfer Weg formiert sich Widerstand. Anlieger befürchten, dass die Bäume einer bestehenden Allee gefällt werden müssen.

Dienstag, 01.07.2014, 19:07 Uhr

Heinz Stemmer ist aktiv in der Bürgerinitiative, die sich gegen die Ausweisung eines Neubaugebietes am Gremmendorfer Weg wehrt. Der Weg ist ihrer Ansicht nach zu schmal.
Heinz Stemmer ist aktiv in der Bürgerinitiative, die sich gegen die Ausweisung eines Neubaugebietes am Gremmendorfer Weg wehrt. Der Weg ist ihrer Ansicht nach zu schmal. Foto: Oliver Werner

Der Gremmendorfer Weg ist in seinem letzten Stück ein alleeartiger Wirtschaftsweg , der auf einem Bauernhof endet. Heinz Stemmer kann von seinem Garten aus auf diesen Weg blicken und weiß, warum er auch bei Hundehaltern, Joggern, Radlern und Spaziergängern so beliebt ist: „Über den Gremmendorfer Weg geht es ins Grüne.“

Möglicherweise wird die schmale Straße demnächst ihren Charakter verlieren, denn die Stadt Münster plant die Ausweisung eines rund 20 000 Quadratmeter großen Baugebietes am Ende des Gremmendorfer Weges. Ein privater Investor möchte rund 40 Häuser auf der heute landwirtschaftlich genutzten Fläche bauen – ein Projekt, das die Anwohner auf die Palme bringt.

Bei einer Bürgerversammlung zu dem Thema wurden über 200 Anwohner gezählt, rund 50 von ihnen haben sich jetzt in einer Bürgerinitiative zusammengeschlossen. Sie befürchten, dass der Gremmendorfer Weg im Zuge der Baumaßnahme ausgebaut werden muss und die Buchenallee dem zum Opfer fällt. Darüber hinaus führen sie städtebauliche Gründe gegen das Bauvorhaben an.

„Das hier ist die grüne Lunge von Gremmendorf “, so Heinz Stemmer, der in der Bürgerinitiative aktiv ist.

Die Kritiker halten es für ein Unding, dass eine der landschaftlich schönsten Ecken von Gremmendorf bebaut werden soll, obwohl die Ausweisung von rund 1600 Wohnungen auf dem Gelände der Gremmendorfer York-Kaserne bereits beschlossene Sache ist. „Zählt man die vielen Briten-Wohnungen hinzu, so kann man festhalten, dass es auf absehbare Zeit in Gremmendorf keine Wohnungsnot geben wird“, so Stemmer.

Noch ist das Baugebiet nicht beschlossene Sache, da vorab der Flächennutzungsplan geändert und ein vorhabenbezogener Bebauungsplan aufgestellt werden soll. Wie zu hören ist, sind die Beratungen kontrovers, gleichwohl gab es in einer nichtöffentlichen Sitzung des Planungsausschusses den einstimmigen Beschluss, das Bauvorhaben weiter zu verfolgen. Da Wohnungen Mangelware in Münster sind, haben Investoren derzeit gute Karten.

Rückenwind erhalten könnten die Kritiker durch einen früheren Beschluss. Bei der Aufstellung des Bebauungsplanes für das benachbarte Neubaugebiet Delstrup hieß es, dass damit die vorhandene Siedlungsfläche in dem Quartier erweitert „und zum Abschluss gebracht“ werden soll.

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