Sportschule möchte Fußballplatz verkaufen
Kicken oder wohnen?

Münster -

Die DJK-Sportschule, stark engagiert im Bereich des Behindertensports, braucht Geld und denkt darüber nach, einen Teil ihres angestammten Areals an der Gasselstiege zu Wohnzwecken zu verkaufen. Dem würde aber ein Fußballplatz zum Opfer fallen, was Widerspruch bei Sportvereinen hervorruft.

Donnerstag, 10.07.2014, 07:00 Uhr aktualisiert: 10.07.2014, 07:28 Uhr
Die DJK-Sportschule könnte diesen Fußballplatz entbehren und trägt sich mit Verkaufsabsichten, zumal nebenan bereits ein Neubaugebiet entsteht. Verschiedene Fußballmannschaften würden dann aber ihre Spielstätte verlieren.
Die DJK-Sportschule denkt darüber nach, diesen Fußballplatz zu verkaufen. Verschiedene Fußballmannschaften würden dann aber ihre Spielstätte verlieren. Foto: Matthias Ahlke

In der münsterischen Sportwelt zeichnet sich ein handfester Konflikt ab. Anlass sind Überlegungen der DJK-Sportschule, einen Teil des eigenen Geländes zwischen Grevener Straße und Gasselstiege zu verkaufen. Die Sportschule , die sehr engagiert ist im Bereich des Behindertensports, steht finanziell unter Druck und könnte unter Umständen davon profitieren, dass sich in direkter Nachbarschaft attraktive Wohngebiete auf dem Germania-Campus und am Koburger Weg etabliert haben.

Doch der möglichen Wohnbebauung auf dem Sportschul-Gelände würden unter anderem Teile des Rasenplatzes zum Opfer fallen – mit weitreichenden Konsequenzen. Nach Auskunft von Werner Szybalski, stellvertretender Vorsitzender des Sportvereines DJK Marathon , tragen aktuell sechs Betriebssportmannschaften auf dem Coburg-Gelände ihre Liga-Spiele aus.

Darüber hinaus sei der Sportplatz sehr begehrt als Ausweichfläche, falls andere Plätze wetterbedingt oder zwecks Vermeidung einer Überbeanspruchung gesperrt seien. Unter anderem würden die Vereine Westfalia Kinderhaus, DJK Marathon, SC Nienberge und Borussia Münster diese Möglichkeit nutzen. „Ohne diesen Sportplatz würde uns ein wichtiger Puffer fehlen“, so Szybalski, „auch bei der Abwicklung von Vorbereitungsspielen“.

Jochen Temme , Vorstandsmitglied der DJK-Sportschule, bestätigte auf Anfrage unserer Zeitung die Verkaufsüberlegungen, hielt sich ansonsten aber zurück, da alles noch sehr vage sei. Temme zeigte sich auch verärgert darüber, dass es „als Folge einer Indiskretion“ zu der Diskussion bei den Sportvereinen gekommen sei, obwohl die Frage, ob die Stadt eine Bebauung des in Frage kommenden Areals überhaupt genehmigen werde, noch gar nicht geklärt sei.

Dem Vernehmen benötigt das kirchliche DJK-Zentrum unter anderem Geld zum behindertengerechten Ausbau der Sportschule. Die Einrichtung steht im direkten Wettbewerb mit den öffentlich geförderten Landessportschulen. Da es auch kein Geld mehr vom Bistum Münster gibt, hält man Ausschau nach neuen Einnahmequellen, wie zu hören ist.

Der für den Lehrbetrieb nicht unmittelbar benötigte, zugleich aber sehr attraktiv an der Gasselstiege gelegene Fußballplatz böte sich als Standort für ein neues Wohnquartier an.

Nebenan entstehen derzeit am Koburger Weg sogenannte Town-Häuser, auch der angrenzende Germania-Campus hat sich als Magnet erwiesen.

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