Debatte um den Weihnachtsmarkt
Ein Aus ohne Ansage

Münster -

Es gibt Parallelen zwischen Münster und Mainz: Nicht nur in der Stadt Münster wird heftig über die neuen Vergaberichtlinien für den Weihnachtsmarkt diskutiert, auch in Mainz stehen Händler vor dem Problem, dass sie nach Jahrzehnten plötzlich eine Absage bekommen haben. In Münster und in Mainz waren es Schausteller, die damals die Weihnachtsmärkte gegründet haben. In beiden Städten wollen Händler klagen.

Freitag, 25.07.2014, 17:07 Uhr

Mit Blick auf den Weihnachtsmarkt im Rathausinnenhof ist die Diskussion  um die neuen Richtlinien für die Vergabe von Standplätzen voll entfacht.
Mit Blick auf den Weihnachtsmarkt im Rathausinnenhof ist die Diskussion  um die neuen Richtlinien für die Vergabe von Standplätzen voll entfacht. Foto: Halle Münsterland

Mitten im Sommer erhitzt eine Weihnachtsmarktdebatte in Münster die Gemüter. Die neuen Richtlinien für die Vergabe von Standplätzen auf dem Weihnachtsmarkt im Rathausinnenhof sorgen für Zündstoff. 18 Klagen von Weihnachtsmarkthändlern gegen die Stadt liegen dem Verwaltungsgericht vor, zwei seien jedoch wieder zurückgezogen worden, bestätigt ein Sprecher des Gerichtes.

Fritz Heitmann , Vorsitzender des Schaustellerverbandes Münsterland, befürchtet: „30 Prozent des Angebotes soll auf dem Weihnachtsmarkt ausgetauscht werden.“ Es sollen Händler verbannt werden, so Heitmann, die seit 30 Jahren beim Weihnachtsmarkt dabei seien. Ohne Ansage sei für sie das Aus gekommen, betont der Schausteller. Übrigens waren es Schausteller in Münster, die vor Jahrzehnten den Weihnachtsmarkt im Rathausinnenhof gegründet haben. Sie wollten damit die ruhige Winterzeit überbrücken.

„Wir sind mitten in der Diskussion“, betont der Schausteller, der zum Vergabeausschuss für die Plätze gehört. Fritz Heitmann befürchtet, dass ein generelles Aus des Weihnachtsmarktes damit in wenigen Jahren vorprogrammiert sein dürfte, wenn ein stetiger Wechsel der Händler stattfindet.

Ein ähnlicher Fall wie der in Münster wird zurzeit auch in Mainz diskutiert. Viele Parallelen zeigen sich. Das Wirtschaftsdezernat der Stadt Mainz soll alt eingesessene Schausteller für den Markt 2014 abgelehnt haben. Dazu sollen Familien gehören, die bereits seit 40 Jahren Stände auf dem Mainzer Markt haben – und die 2013 noch für ihren Einsatz von der Stadt geehrt wurden, berichtete die Informationsplattform „Mainz &“.

Hintergrund sei ein Streit um die Vergabe der Standplätze auf dem Weihnachtsmarkt gewesen, der vor Gericht ging. Das gab der Stadt in dem damaligen Streit zwar Recht, gab als Hausaufgabe aber die Erarbeitung klarerer Vergaberegeln und eines transparenten Verfahrens auf. So geschehen auch in Münster. Das Pfefferkorn hatte vor einem Jahr geklagt, bekam Recht, und das Gericht gab der Stadt mit auf den Weg, die Vergaberichtlinien transparenter zu gestalten.

Von kuriosen Entscheidungen ist in Mainz die Rede. Der Glühweinstand eines Mainzer Winzers wurde abgelehnt – und dafür ein Stand mit heißen Cocktails genehmigt. Der Glühwein sei zwar weihnachtlich, die übrigen Weine aber nicht – und nach den neuen Kriterien auch nicht besonders kreativ. Der Stand mit heißen Cocktails hingegen sei winterlich. Bei dem Winzer mit dem Glühweinstand handelt es sich aber um das Weingut der Stadt Mainz.

Die CDU in Mainz ist der Meinung, dass der Weihnachtsmarkt einfach erweitert werden könnte, um mit einer Sonderlösung zu agieren. „Die Stadt sollte untersuchen, ob umliegende Plätze dafür in Frage kommen.” Auch in Münster bestünde die Chance, die Weihnachtsmarktfläche zu erweitern. Platz genug gibt es auf der Stubengasse, die bisher jedoch unangetastet blieb.

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