Protest gegen Abschiebung
„Antifa“-Gruppe bekennt sich zu Farbbeutel-Würfen auf Ausländerbehörde

Münster -

Die Abschiebung der iranischen Familie Moslemabadi hat einen Übergriff auf das Stadthaus 2 am Ludgeriplatz ausgelöst: Die Gruppe „Antifa Action MS“ bekennt sich im Internetportal „indymedia.org“ dazu, die dort untergebrachte Ausländerbehörde mit Farbeiern beworfen zu haben. Die Polizei bestätigte den Vorfall.

Montag, 28.07.2014, 07:07 Uhr

Die Ausländerbehörde im Stadthaus 2 wurde mit roten Farbbeuteln beworfen.
Die Ausländerbehörde im Stadthaus 2 wurde mit roten Farbbeuteln beworfen. Foto: Matthias Ahlke

Den Online-Eintrag hat ein Unbekannter am Samstag auf der Internetseite gepostet. Die Tat sei allerdings schon in der Nacht auf Mittwoch (23. Juli) begangen worden, teilt „ Antifa Action MS“ mit. „Unser symbolischer Angriff auf diese Institution begründet sich durch den täglichen rassistischen Umgang mit Menschen, die keine deutsche Staatsangehörigkeit besitzen, die täglichen Abschiebungen und die soziale Kontrolle, die durch diese Institution ausgeübt wird“, heißt es in dem Bekennerschreiben der Gruppe. Sie nimmt direkt auf die Abschiebung der Flüchtlingsfamilie Bezug, die „nur einen Tag vor unserer Aktion“ stattgefunden habe.

Der Polizei war das Online-Bekenntnis nach Angaben von Pressesprecher Andreas Bode bis Sonntag nicht bekannt. Die Tat allerdings schon: Die Stadt habe Anzeige erstattet, die Polizei ermittele wegen Sachbeschädigung „in alle Richtungen“, sagte Bode. Die Tat habe sich in der vergangenen Woche zwischen Dienstag um 17 Uhr und Mittwoch um 7 Uhr ereignet. „Meines Erachtens wurden rote Farbbeutel gegen die Fassade geworfen“, erklärte der Polizeisprecher. Die Chancen, die Angreifer zu erwischen, seien schwer abzuschätzen. „Wir setzen alles daran, die Täter zu ermitteln.“

Pfarrer Stephan Martin Stötzel, der sich mit weiteren Unterstützern aus der Lukas-Gemeinde für die Rückkehr der Familie einsetzt, verurteilte den Vorfall. „Ich finde es sehr bedauerlich, dass man solche Dinge ausnutzt, um seinen Frust an den Behörden auszulassen“, sagte er. Der Ausländerbehörde sei nichts vorzuwerfen, „sie hat getan, was sie tun musste“. Die Gemeinde versuche, die Familie „auf Grundlage eines zivilisierten Miteinanders wiederzubekommen“, betonte der Pfarrer. „Es nützt niemandem, gewalttätig zu werden, der Familie am allerwenigsten.“

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