Stadt bietet Unterkünfte an
500 Wohnungen unbewohnbar

Münster -

Die Stadt versucht Menschen, deren Wohnungen durch die Regenfluten unbewohnbar sind, zu helfen. Am Mittwoch wurden noch 20 Personen mit Ersatzunterkünften versorgt. Die meisten Betroffenen kamen vorerst bei Verwandten oder Freunden unter.

Mittwoch, 30.07.2014, 20:07 Uhr

Die Pumpen laufen weiter auf Hochtouren – hier an einer Tiefgarage an der Kanalstraße  
Die Pumpen laufen weiter auf Hochtouren – hier an einer Tiefgarage an der Kanalstraße   Foto: Oliver Werner

Am zweiten Tag nach dem schrecklichen Unwetter hat die Stadt einen ersten Überblick über die schlimmsten Folgen: Nach diesen Schätzungen sind in Münster durch die Flut rund 500 Wohnungen unbewohnbar. Die meisten der dort Betroffenen kamen bei Freunden oder Bekannten unter. 50 Personen, die durch die Katastrophe obdachlos geworden waren, meldeten sich bei den Behörden.

„Wir wollen Soforthilfe anbieten“, sagt Oberbürgermeister Markus Lewe. So soll kurzfristig ein Internet-Portal geschaltet werden, wo die Verwaltung die Wohnungssuche und Hilfe koordinieren will. Lewe führt Gespräche mit der Sparkassen-Akademie, die offenbar Räume zur Verfügung stellen will.

Plötzlich obdachlos

20 der plötzlich obdachlos gewordenen Münsteraner nahmen am Mittwoch noch die Hilfe der Stadt in Anspruch. Ihre Wohnungen sind so stark verwüstet, dass sie kurzfristig nicht zurückkehren können. „Wir haben die Betroffenen in öffentlichen Einrichtungen in der Stadt untergebracht“, sagte eine Sprecherin am Nachmittag. Hart hat es auch zwei Flüchtlingsfamilien getroffen. Ihre bisherigen Unterkünfte wurden überflutet, die Stadt hat sie nun anderweitig einquartiert.

Lewe ist seit Montagabend bei den Betroffenen und Helfern vor Ort und spricht von „der größten Katastrophe, die Münster seit dem Zweiten Weltkrieg erlebt hat“. Noch in der Nacht hatte er einen Krisenstab ins Leben gerufen. Das gesamte Stadtgebiet sei von der Jahrhundert-Flut betroffen gewesen. Besonders heftig sind die Folgen der Flut an der Kanalstraße, rund um den Idenbrockplatz in Kinderhaus und an der Waltruper Straße in Nienberge.

Straßenverhältnisse normalisieren sich

Sorgen bereitet weiterhin die Stromversorgung in Teilen des Stadtgebietes. Noch sei unklar, so Lewe, wie viele Haushalte ohne Strom seien. Kurzfristige Überbrückungen würden geschaffen.

Die Straßenverhältnisse normalisieren sich langsam. Während die Unterführung am Kappenberger Damm und die Thierstraße wieder frei befahrbar sind, bleiben Abschnitte der Sudmühlenstraße und der Kanalstraße weiter gesperrt. Auch der Max-Klemens-Kanal kann ab Grevener Straße in beide Richtungen nicht befahren werden. Die stadtauswärtige Fahrbahn ist auf 600 Metern Länge unterspült. Hier ist noch auf längere Zeit mit Einschränkungen zu rechnen, so die Stadtverwaltung. Das Tiefbauamt weist darauf hin, dass plötzlich Absackungen an aufgeweichten Straßen auftreten können.

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