Zerstochene Autoreifen in der Tiefgarage
Erneute Attacke auf Ausländerbehörde?

Münster -

Unbekannte haben in einer Tiefgarage die Reifen von 15 Autos zerstochen – die Wagen gehören Mitarbeitern der Ausländerbehörde. Die Polizei schließt nicht aus, dass auch diese Tat ein Protest gegen die Abschiebung einer iranischen Familie aus Gievenbeck ist.

Freitag, 01.08.2014, 01:08 Uhr

Autos von Mitarbeitern der Ausländerbehörde wurden mit zerstochenen Reifen vorgefunden.
Autos von Mitarbeitern der Ausländerbehörde wurden mit zerstochenen Reifen vorgefunden. Foto: dpa

Die städtische Ausländerbehörde am Ludgeriplatz wurde am 23. Juli mit Farbbeuteln angegriffen – die Aktion einer „ Antifa “-Gruppe, die damit gegen die Abschiebung einer iranischen Familie aus Gievenbeck protestieren wollte (WN, 28.7.). Nun bestätigt die Polizei, dass die Behörde schon einige Tage zuvor angegriffen worden war: Unbekannte hatten in der Tiefgarage auf die Reifen von 15 Autos eingestochen. Betroffen waren ausschließlich die Wagen von Behördenmitarbeitern sowie zwei städtische Dienstfahrzeuge.

Ob beide Vorfälle miteinander zu tun haben, mag Polizeisprecher Roland Vorholt nicht ausdrücklich bestätigen: „Das schließen wir bei den Ermittlungen nicht aus.“

Amtsleiter Axel Niemeyer bestätigt Vorfall und Strafanzeige, mag sich aber nicht weiter dazu äußern. Er verweist auf „laufende Ermittlungen“. Die nächtliche Abschiebung der iranischen Flüchtlingsfamilie nach Italien (WN, 24.7.) hatte stadtweit für Aufsehen gesorgt.

Die Polizeibeamten waren am 18. Juli von Behördenmitarbeitern in die Tiefgarage gerufen worden. Man habe die Autos untersucht – und schließlich eine zwölffache Sammelanzeige aufgenommen. Die anderen Autos – unter anderem zwei städtische VW-Transporter – wurden erst am 21. Juli als beschädigt gemeldet. Drei Tage zuvor waren sie noch unversehrt.

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