Historische Stürme und Fluten in Münster
Als grausame Unwetter wüteten

Münster -

Schon seit dem Mittelalter wird Münster immer wieder von Stürmen und Überschwemmungen heimgesucht. Dies zeigt ein Blick in die Stadtgeschichte.

Sonntag, 10.08.2014, 16:08 Uhr

Kanalstraße Münster Unwetter 1928
Die Kanalstraße, beim Unwetter vom 29 Juli eine der am schwersten betroffenen Gegenden Münsters, wurde auch früher regelmäßig von Überschwemmungen heimgesucht. Diese Aufnahme entstand im November 1928. Foto: Stadtarchiv Münster

Das Unwetter vom 28. Juli 2014 ist kein Einzelfall – schwere Gewitter, Stürme und Überschwemmungen gab es in den vergangenen Tausend Jahren immer wieder in Münster . Doch erst ab dem Mittelalter trafen sie in nennenswertem Umfang die Stadt. Das liegt daran, dass Münster in jener Zeit so stark wuchs, dass die Menschen nicht nur auf der erhöhten Domburg und dem Prinzipalmarkt siedelten, sondern auf tiefer gelegene Bereiche in der Umgebung ausweichen mussten – zum Beispiel entlang der Aa.

überwasser

Wie sich die Bilder gleichen: Auch 1946 wurden die Straßen rund um die Überwasserkirche geflutet.

Wienburgpark, die Aa und die Kanalstraße nach den Regenfällen

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  • Foto: Mirko Ludwig
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Ab 1317 berichten die Chroniken regelmäßig von Überschwemmungen. Zwischen dem Jakobus- und dem Katharinentag (25. Juli bis 25. November) regnete es praktisch ununterbrochen. Es standen nicht nur große Teile der Stadt unter Wasser, sondern es brach auch eine Hungersnot aus, da die Felder nicht bewirtschaftet werden konnten. „Die Menschen aßen Gras wie die Tiere“, wurde damals notiert.

scharnhorst

Mit einem Behelfsfloß überqueren die Münsteraner 1946 die überflutete Scharnhorststraße. Foto: Stadtarchiv Münster.

1592 sorgte ein Sturm dafür, dass ein gewöhnlicher Hausbrand katastrophale Ausmaße annahm. 200 Häuser wurden ein Raub der Flammen.

1652 sorgte ein Unwetter für eine schwere Explosion. Ein Blitz traf den Pulverturm und jagte ihn in die Luft. Viele Gebäude stürzten ein, darunter die Klarissenkirche an der Loerstraße, mehrere Nonnen starben. Auch der Scharfrichter, der neben dem Pulverturm wohnte, kam mit seiner Familie in den Trümmern seines Hauses um. Lediglich seine neunjährige Tochter überlebte, weil sie eine Litanei gebetet haben soll – für die Menschen galt das damals als Wunder.

Hochwasser richtet große Schäden in Münsters Westen an

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  • Nienberge hat das Unwetter am Montag besonders schwer getroffen, insbesondere das noch junge Wohngebiet am Waltruper Weg. Aber auch in Gievenbeck liefen etliche Keller voll Wasser. Foto: mfk
  • Nienberge hat das Unwetter am Montag besonders schwer getroffen, insbesondere das noch junge Wohngebiet am Waltruper Weg. Aber auch in Gievenbeck liefen etliche Keller voll Wasser. Foto: mfk
  • Nienberge hat das Unwetter am Montag besonders schwer getroffen, insbesondere das noch junge Wohngebiet am Waltruper Weg. Aber auch in Gievenbeck liefen etliche Keller voll Wasser. Foto: mfk
  • Nienberge hat das Unwetter am Montag besonders schwer getroffen, insbesondere das noch junge Wohngebiet am Waltruper Weg. Aber auch in Gievenbeck liefen etliche Keller voll Wasser. Foto: mfk
  • Nienberge hat das Unwetter am Montag besonders schwer getroffen, insbesondere das noch junge Wohngebiet am Waltruper Weg. Aber auch in Gievenbeck liefen etliche Keller voll Wasser. Foto: mfk
  • Nienberge hat das Unwetter am Montag besonders schwer getroffen, insbesondere das noch junge Wohngebiet am Waltruper Weg. Aber auch in Gievenbeck liefen etliche Keller voll Wasser. Foto: mfk
  • Nienberge hat das Unwetter am Montag besonders schwer getroffen, insbesondere das noch junge Wohngebiet am Waltruper Weg. Aber auch in Gievenbeck liefen etliche Keller voll Wasser. Foto: mfk
  • Nienberge hat das Unwetter am Montag besonders schwer getroffen, insbesondere das noch junge Wohngebiet am Waltruper Weg. Aber auch in Gievenbeck liefen etliche Keller voll Wasser. Foto: mfk
  • Nienberge hat das Unwetter am Montag besonders schwer getroffen, insbesondere das noch junge Wohngebiet am Waltruper Weg. Aber auch in Gievenbeck liefen etliche Keller voll Wasser. Foto: mfk
  • Nienberge hat das Unwetter am Montag besonders schwer getroffen, insbesondere das noch junge Wohngebiet am Waltruper Weg. Aber auch in Gievenbeck liefen etliche Keller voll Wasser. Foto: mfk
  • Nienberge hat das Unwetter am Montag besonders schwer getroffen, insbesondere das noch junge Wohngebiet am Waltruper Weg. Aber auch in Gievenbeck liefen etliche Keller voll Wasser. Foto: mfk
  • Nienberge hat das Unwetter am Montag besonders schwer getroffen, insbesondere das noch junge Wohngebiet am Waltruper Weg. Aber auch in Gievenbeck liefen etliche Keller voll Wasser. Foto: mfk
  • Nienberge hat das Unwetter am Montag besonders schwer getroffen, insbesondere das noch junge Wohngebiet am Waltruper Weg. Aber auch in Gievenbeck liefen etliche Keller voll Wasser. Foto: mfk
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  • Nienberge hat das Unwetter am Montag besonders schwer getroffen, insbesondere das noch junge Wohngebiet am Waltruper Weg. Aber auch in Gievenbeck liefen etliche Keller voll Wasser. Foto: mfk
  • Nienberge hat das Unwetter am Montag besonders schwer getroffen, insbesondere das noch junge Wohngebiet am Waltruper Weg. Aber auch in Gievenbeck liefen etliche Keller voll Wasser. Foto: mfk
  • Nienberge hat das Unwetter am Montag besonders schwer getroffen, insbesondere das noch junge Wohngebiet am Waltruper Weg. Aber auch in Gievenbeck liefen etliche Keller voll Wasser. Foto: mfk
  • Nienberge hat das Unwetter am Montag besonders schwer getroffen, insbesondere das noch junge Wohngebiet am Waltruper Weg. Aber auch in Gievenbeck liefen etliche Keller voll Wasser. Foto: mfk
  • Nienberge hat das Unwetter am Montag besonders schwer getroffen, insbesondere das noch junge Wohngebiet am Waltruper Weg. Aber auch in Gievenbeck liefen etliche Keller voll Wasser. Foto: mfk

Am 4. Januar 1699 entwurzelte ein Sturm viele Bäume, der Kirchturm von St. Aegidii wurde beschädigt, ebenso ein Prinzipalmarkt-Haus. Am 8. Dezember 1703 folgte ein schwerer Sturm, der zwischen 5 und 12 Uhr „alle Häuser schier durchlöcherte und zerschmetterte und Kirchen und Türmen großen Schaden zuführte“. Am 2. Februar 1704 wütete erneut ein „grausamer Sturm“. Die Turmspitze der Überwasserkirche stürzte hinab und wurde nie wieder aufgesetzt. Im Januar 1772 folgte auf fünf Tage Schneefall ergiebiger Regen, Straßen, Häuser und Äcker wurden unter Wasser gesetzt.

Erst als die Aa in den 1920er Jahren kanalisiert wurde, nahmen die Überschwemmungen ab. Eine schwere Flut suchte allerdings noch einmal 1946 Münster ein. Weil nach dem Krieg die Kanalisation nicht richtig funktionierte, wurden nach Regenfällen große Teile Münsters unter Wasser gesetzt.

handorf

Erinnerungspostkarten wurden nach dem Wersehochwasser von 1925 in Handorf gedruckt.

Wetterkatastrophen der jüngsten Zeit

Von Martin Kalitschke

Am Abend des 18. Januar 2007 suchte ein Sturm, der in Deutschland in dieser Stärke nach Einschätzung von Meteorologen rein statistisch nur alle 1000 Jahre vorkommt, auch Münster heim. „Kyrill“ richtete schwere Schäden in der Natur und an Gebäuden an, fast 1000 Bäume stürzten um , darunter allein 40 direkt vor dem Schloss an der Promenade.1990 hatte ein Sturm Konsequenzen der ganz anderen Art an: Er wütete dermaßen stark, dass damals der Karnevalsumzug ausfallen musste. Erst ein Jahr ist es her, dass der Weihnachtsmarkt für einen Tag schließen musste, weil eine Sturmfront erwartet wurde. Doch am Ende fiel „Xaver“ viel schwächer aus als erwartet. Eine Schneekatastrophe suchte 2005 Münster und das Münsterland heim – wie beim aktuellen Unwetter handelte es sich um ein lokal begrenztes Ereignis. Gewaltige Schneemassen mussten beseitigt werden. Und erst wenige Wochen liegt das letzte Unwetter zurück. Pfingsten suchte Gewittersturm „Ela“ Münster heim. Promenadenbäume stürzten um, der Sachschaden ging in die Millionen. 

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