Stadt fordert Hilfe vom Land
Flut verschlingt astronomische Summen

Münster -

Markus Lewe rechnet damit, dass sich die öffentlichen und privaten Schäden der Regenflut vom 28. Juli auf mehr als 300 Millionen Euro summieren werden. „Das Land steht in der Pflicht, nun ist zeitnah solidarische Hilfe gefordert“, stellt der Oberbürgermeister klar.

Mittwoch, 13.08.2014, 08:08 Uhr

Fassungslos war Markus Lewe, als er das überflutete Hallenbad in Kinderhaus besichtigte.
Fassungslos war Markus Lewe, als er das überflutete Hallenbad in Kinderhaus besichtigte. Foto: Oliver Werner

Die Kosten des Jahrhundert-Unwetters erreichen allmählich astronomische Ausmaße. Oberbürgermeister Markus Lewe rechnet inzwischen damit, dass sich die öffentlichen und privaten Schäden auf mehr als 300 Millionen Euro summieren werden. Zudem geht er davon aus, dass die Kosten für die Behebung der Schäden an der städtischen Infrastruktur die bisher veranschlagten 15 bis 20 Millionen Euro übertreffen werden. „Unseren Haushalt“, sagt Lewe, „wird das dramatisch belasten.“

Entsprechend intensiv bemüht sich der Oberbürgermeister darum, dass seine Stadt finanzielle Unterstützung erhält . So sind Telefonate mit NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft und Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble geplant. Nachdem sich inzwischen herausgestellt hat, dass aus dem von Bund und Ländern aufgestellten Fluthilfefonds keine Mittel zu erwarten sind, setzt Lewe nun auf Düsseldorf . „Das Land steht in der Pflicht, nun ist zeitnah solidarische Hilfe gefordert“, stellt der Oberbürgermeister klar.

Der NRW-Regierungssprecher betonte auf Anfrage unserer Zeitung, dass man auf die Antwort auf einen Brief warte, den der Düsseldorfer Finanzminister an den Bundesfinanzminister geschrieben habe. Ob und wie das Land auch selbst zu helfen gedenkt – solche Si­gnale gibt es aus Düsseldorf nach wie vor nicht.

Unterdessen hat der münsterische SPD-Bundestagsabgeordnete Christoph Strässer gefordert, die gesetzliche Grundlage des Fluthilfefonds zu ändern. Dieser sollte nicht nur bei nationalen Katastrophen, sondern auch bei regionalen Unwettern wie in Münster greifen – zumal solche Ereignisse wegen des Klimawandels in Zukunft womöglich häufiger vorkommen könnten, wie Strässer betont.

Wie Lewe sieht auch die CDU-Bundestagsabgeordnete Sybille Benning das Land in der Pflicht. „Es wird Zeit, dass Düsseldorf Münster solidarisch unterstützt“, betont die Politikerin. Schließlich habe sich die Landesregierung auch nach dem Pfingstunwetter „Ela“ bemüht, eine finanzielle Hilfe für betroffene Kommunen auf den Weg zu bringen. Auf den riesigen Schäden, die Münster am 28. Juli erlitten hat, „kann uns das Land nicht alleine sitzen lassen“, stellt Sybille Benning klar. 

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/2670081?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F2572714%2F4847851%2F
Zwischen „Träumen“ und „Billigramsch“
Der Internet-Händler Zalando wird in der Innenstadt für Münster ein Outlet eröffnen.
Nachrichten-Ticker