Drillinge werden 80
Und plötzlich waren’s drei

Münster -

1934 gab es noch keinen Ultraschall und auch keine große Geburtsvorbereitung: So war die Geburt der Drillinge Ursel, Ilse und Adolf Lammerding in der Raphaelsklinik eine echte Überraschung. Jetzt feiert das Trio den gemeinsamen 80. Geburtstag.

Samstag, 23.08.2014, 10:08 Uhr

Mit ihm hatte ja nun keiner mehr gerechnet. „Zwillinge waren den Eltern angekündigt“, weiß Adolf Lammerding ganz genau. Welch ein Irrtum. Ursel macht den Anfang, Ilse eifert ihr nach – und schließlich folgt noch der Adolf: Drei Wonneproppen auf einen Streich päpen im Kreißsaal der Raphaelsklinik um die Wette. Die drei Lammerdings – sie sind die ersten Drillinge überhaupt, die in der Raphaelsklinik das Licht der Welt erblicken. Und zwar am 25. August 1934. Somit ist klar: Am Montag feiern sie ihren 80. Geburtstag. Natürlich zusammen.

In der Aaseestadt , wo Adolf Lammerding seit mittlerweile 54 Jahren zu Hause ist, gibt es zu Ehren des Trios einen lockeren „Tag der offenen Tür“. Bei ihm gilt: Wer kommt, der kommt. „Ich habe noch nie jemanden eingeladen, wenn ich dann bloß einen vergesse, habe ich ja den schwarzen Peter . . .“, beugt der Jubilar lieber vor. Er stellt sich einfach auf viele Gäste ein, sorgt für kühle Getränke, schmiert leckere Schnittchen („westfälisch-deftig“) und freut sich, dass auch Ilse und Ursel am gemeinsamen Jubeltag aus Köln anreisen. Beide Schwestern leben in der Metropole am Rhein, was der Geschwisterliebe keinen Abbruch tut. „Sie telefonieren nämlich täglich“, verrät Sohn Peter, der früher echte Mühe hatte, „die Kölner Tanten“ auseinanderzuhalten. Kommt man zu Familienfesten zusammen, versucht er als Kind, sich an den Farben ihrer Kleider, Blusen und Röcke zu orientieren. Und merkt irgendwann: „Die haben sich zwischendurch auch mal umgezogen und Kleider getauscht. Da waren wir alle echt aufgeschmissen . . .“

Wünsche zu seinem 80. Geburtstag hat Adolf Lammerding „eigentlich nicht“. Außer: „Blauer Himmel wär schon schön.“ Und bloß keine hochprozentigen Geschenke: „Wenn jeder mit einer Pulle ankommt, da wird man ja zum Alkoholiker. Nein danke“, sagt er resolut. Stattdessen hat er sich hingesetzt und eine Spendenbox gebastelt: „Die darf ruhig gut gefüllt werden“, sagt das Geburtstagskind munter. Denn das Geld daraus möchte er für eine Krankenstation in Burkina Faso (Westafrika) spenden, die Sohn Peter und Schwiegertochter Annette schon vor Ort besucht haben und auch über die Gemeinde St. Stephanus weiter unterstützen. Er selbst ist ebenfalls fest in der Pfarre verwurzelt, engagiert sich ehrenamtlich im Besuchsdienst und kennt keine Langeweile. „Wer rastet, der rostet“, ist seine Devise. Gesund und munter seien sie alle drei und dafür sehr dankbar, freut sich Adolf Lammerding, dass das Trio zum 80. Geburtstag komplett ist. Seine Schwestern waren ja bestimmt auch immer nett zu ihm, der als Nesthäkchen der Drillinge auf die Welt kam? „Sie haben sich jedenfalls alle Mühe gegeben“, sagt er ganz diplomatisch. Und schnell hinterher: „Ich hatte aber nie was zu sagen, ich bin und bleibe eben der Jüngste . . .“

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