Unwetter zerstörte Logopädie-Praxis
Hilfe nach dem Totalschaden

Münster -

Viele Jahre im Beruf, über zwei Jahrzehnte selbstständig, Familie, Haushalt, zwei Kinder – Ursula Spenthof ist nicht der Typ Frau, der rasch in die Knie geht. Doch das Jahrhundert-Unwetter in Münster sorgte dafür, dass die Logopädin kurzzeitig „den Boden unter den Füßen verlor“. Ein Gefühl, das sie vorher nicht kannte.

Samstag, 23.08.2014, 11:08 Uhr

Unter Wasser standen in Münster beim Jahrhundert-Unwetter viele Privatkeller.
Unter Wasser standen in Münster beim Jahrhundert-Unwetter viele Privatkeller – wie hier im Bild zu sehen –, aber auch tiefer gelegene Geschäftsräume und Praxen. Foto: dpa/Peter Kneffel

Die Praxisräume im Souterrain in Kinderhaus erlitten in der Nacht zum 29. Juli einen Totalschaden . Möbel, Schränke und ein Großteil des teuren Arbeitsmaterials wurden von den Fluten zerstört. Ursula Spenthof: „Vier Tage stand hier das Wasser. Es wird noch Wochen dauern, bis ich die Räume wieder nutzen kann.“

Eine Geschäftsversicherung hatte die selbstständige Logopädin selbstverständlich abgeschlossen – inklusive Absicherung eines eventuellen Erwerbsausfalls. Nur: Ein Elementarschaden in der Praxis ist dadurch nicht abgedeckt. Mit dem Ergebnis, dass die Kinderhauserin nicht nur den hohen Sachschaden tragen muss, sondern auch große Mühe hat, den Praxisbetrieb überhaupt aufrecht zu halten.

Patienten werden, wenn es der Therapie angemessen ist, zurzeit im Wohnzimmer der Familie behandelt. Hinter schnell beschafften Stellwänden hat Ursula Spenthof dort einen „Notfallraum“ eingerichtet. „Was soll ich machen?“, sagt sie. „Ich brauche die Einnahmen. Die gesamten Kosten für die Praxis laufen weiter.“

Dass Ursula Spenthof jetzt 10 000 Euro als Soforthilfe aus dem Spendentopf der Unwetter-Hilfe in Münster erhält, ist für sie ein Segen. Vieles muss ersetzt und repariert werden. Die Logopädin will so schnell wie möglich wieder ihre Praxis im Souterrain nutzen.

Sie ist den Spendern und ebenso den Helfern überaus dankbar. Als über Münster das Unwetter hereinbrach, war sie mit der Familie gerade verreist. Erst am nächsten Morgen erreichte sie per SMS die Schreckensnachricht. „Die Nachbarn und mein Schwiegervater hatten die ganze Nacht über bei Kerzenlicht in der Praxis und in privaten Räumen Wasser geschüppt.“ Urlaub abgebrochen, Rückreise. „Ich konnte keine Nacht mehr schlafen.“ Die Schufterei dauert bis heute an.

Irgendwann hatte sie sich ein Herz gefasst und bei der Stadt um Hilfe gebeten. Und die kam aus dem großen Spendentopf für die Unwetterhilfe. „Das lief alles sehr schnell und unbürokratisch“, lobt Ursula Spenthof das Verfahren.

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