Bruderschaft feiert 450-jähriges Bestehen
Ihre Tugenden gelten auch heute

Münster -

„Von der Wiege bis zum Grabe, muss man stets den Schreiner haben“, ist ein Motto der Tischlerbruderschaft Münster. Denn die Tischler bauen mit der Wiege die erste und mit dem Sarg die letzte Ruhestätte der Menschen. Und für die Zeit dazwischen tischlern sie neben vielen anderen nützlichen und schönen Dingen die Biertische, an denen sie sich gern zum gemeinsamen Feiern zusammenfinden. Ganz besonders an diesem Wochenende, an dem die Bruderschaft ihr 450-jähriges Jubiläum feierte

Sonntag, 24.08.2014, 17:08 Uhr

Nach 40 Jahren: Mit einem Festumzug durch Klein-Muffi und dem sogenannten Jubelempfang beim gemeinsamen Fest ging am Sonntag das Jubiläumswochenende zu Ende.
Nach 40 Jahren: Mit einem Festumzug durch Klein-Muffi und dem sogenannten Jubelempfang beim gemeinsamen Fest ging am Sonntag das Jubiläumswochenende zu Ende. Foto: Uta Schleiermacher

Die Tischlerbruderschaft Münster ist damit eine der ältesten Bruderschaften im ganzen Bundesgebiet. „Sie wurde erstmals am 3. November 1564 urkundlich erwähnt, möglicherweise ist sie aber sogar noch älter, denn die Wiedertäufer haben ja viele Akten damals verbrannt“, sagt der derzeitige Vorsitzende Horst Kaworsky .

Gegründet hatte die Bruderschaft sich mit dem Zweck, Nachbarschaftshilfe zu leisten, die Witwen von Mitgliedern zu unterstützen und sich, wenn nötig, gemeinsam zu verteidigen. Das Jubiläum zeige, wie wichtig das Handwerk für die Stadt Münster immer war, sagte Oberbürgermeister Markus Lewe beim Jubiläums-Empfang am Sonntag. „Tischler haben den Friedenssaal gestaltet und waren beim Aufbau der Stadt nach dem Krieg dabei“, so Lewe. „Man kann richtig stolz darauf sein, dass die Tradition so lange gepflegt wurde.“

Die Tugenden wie Vertrauen und Zuverlässigkeit, die die Tischler hochhielten, seien weiterhin wichtig. „Was die Tischlerbruderschaft jetzt tut, das haben die Tischler schon immer getan“, sagte er, „in Krisen bieten sie Zusammenhalt, helfen und unterstützen sich gegenseitig, und wenn keine Krise ist, dann hängen sie eben einen Vogel auf und schießen ihn ab.“ So schüfe die Bruderschaft auch heute noch Orte und Zeiten für Gemeinschaft und Gastfreundschaft in einer Stadt. Und eine Stadt mit Zusammenhalt, so Lewe, das sei „eine Stadt mit Zukunft.“

Ihr 450-jähriges Jubiläum beging die Tischlerbruderschaft am Wochenende mit einem Benefizkonzert der „Dandys“ für die Organisation „No Panic for Organic“, mit einem Schützenfest und am Sonntag abschließend mit einem Festumzug durch Klein-Muffi. 14 Vereine waren der Einladung zum gemeinsamen Feiern gefolgt, der Spielmannszug Heilig-Geist Münster sorgte für musikalische Begleitung der Feierlichkeiten.

Außerdem wurden Mitglieder für ihr langjähriges Engagement geehrt. So wurde unter anderem auch der Vorsitzende Horst Kaworsky für 25 Jahre Mitgliedschaft mit der silbernen Nadel ausgezeichnet.

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