FDP-Fraktion lehnt Förderung ab
Parteien streiten um Finanzierung des Katholikentags 2018

Münster -

Die münsterische FDP-Ratsfraktion begrüßt die geplante Durchführung des Katholikentages 2018 in Münster, lehnt aber eine finanzielle Förderung durch die Stadt Münster ab.

Donnerstag, 28.08.2014, 08:08 Uhr

Carola Möllemann stellte eine Resolution der FDP-Fraktion gegen die Finanzierung des Katholikentages 2018 in Münster vor.
Carola Möllemann stellte eine Resolution der FDP-Fraktion gegen die Finanzierung des Katholikentages 2018 in Münster vor. Foto: Oliver Werner

„Ich habe bei jedem Wort des Resolutionstextes mit mir gerungen, um nicht in den Verdacht einer polemischen Kirchenkritik zu kommen.“ Das sagte die FDP-Fraktionschefin Carola Möllemann-Appelhoff am Mittwoch bei der Vorstellung einer FDP-Resolution, über die der Rat am 10. September beraten wird: Konkret soll es das Gremium ablehnen, dass sich die Stadt mit 1,5 Millionen Euro an der Finanzierung des in Münster geplanten Katholikentages 2018 beteiligt. Nach bisherigen Planungen des Zentralrates der Deutschen Katholiken (ZdK) als Veranstalter soll das Kirchentreffen vom 9. bis 13. Mai 2018 in Münster stattfinden.

Möllemann-Appelhoff ließ keinen Zweifel an der Bedeutung der Katholikentage, betonte aber, dass es keine Aufgabe der Stadt sei, solch eine Veranstaltung des ZdK mitzufinanzieren.

Die Replik der CDU ließ nicht lange auf sich warten: Sie wird ihrerseits im Rat einen Antrag einbringen, in dem der Katholikentag ausdrücklich begrüßt wird und die Stadtverwaltung den Auftrag erhält, mit der Kirche über die Aufteilung der Kosten zu reden. Der FDP-Vorstoß, so der CDU-Fraktionschef Stefan Weber, werde von der CDU abgelehnt.

SPD und Grüne haben sich bei der Mitfinanzierung des Kirchentreffens noch nicht festgelegt. Die Stimmungslage in beiden Partei brachten die Fraktionsvorsitzenden Helga Bennink (Grüne) und Dr. Michael Jung (SPD) am Mittwoch auf die Formel: „Wir haben noch sehr viele Fragen.“

Jung möchte genau wissen, wofür das Geld ausgegeben wird und wer sich sonst noch mit welchen Summen beteiligt. Helga Bennink forderte derweil mehr Entgegenkommen der Kirche in anderen Bereichen. Zahlreiche Kirchengrundstücke seien in den vergangenen Jahren in Münster zu Spitzenpreisen verkauft worden. Mit der Folge, „dass an diesen Stellen keine Sozialwohnungen gebaut werden können“.

Klar ablehnend ist derweil die Haltung bei den Ratsparteien AfD und Linke.

Auch in Leipzig, wo der Katholikentag 2016 stattfindet, gibt es derzeit eine Debatte über die Finanzierung.

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