SPD-Chef bei GAL-Versammlung
Rot-grüne Kontaktaufnahme

Münster -

In Gegenwart des münsterischen SPD-Parteichefs Hermann Terborg diskutierten Grüne auf einer Mitgliederversammlung über das angestrebte rot-grüne Bündnis.

Freitag, 12.09.2014, 17:09 Uhr

Keine Euphorie, aber auch keine Ablehnung: Der SPD-Parteichef Hermann Terborg (l.) erlebte am Donnerstagabend mit, wie die Grünen über ein Bündnis mit der SPD diskutierten.
Keine Euphorie, aber auch keine Ablehnung: Der SPD-Parteichef Hermann Terborg (l.) erlebte am Donnerstagabend mit, wie die Grünen über ein Bündnis mit der SPD diskutierten. Foto: kb

„Es war schön bei euch.“ Mit diesen Worten beendete der SPD-Kreisvorsitzende Hermann Terborg am Donnerstag eine Stippvisite, die man getrost als „vertrauensbildende Maßnahme“ bezeichnen kann. Will sagen: Terborg war zu Gast, als rund 70 Grüne bei einer Mitgliederversammlung in der Stadtbücherei über den bisherigen Stand der Koalitionsverhandlungen diskutierten.

Terborg blieb nicht bis zum Schluss, um den Grünen die Möglichkeit zu geben, „ungestört zu diskutieren“, wie er sagte. Gleichwohl kam das Signal bei den Grünen gut an. Das Verhältnis beider Parteien war in den vergangenen Jahren wiederholt sehr angespannt, weil die SPD wiederholt mit der CDU zusammenarbeitete.

Terborg räumte ein, dass der Beginn der rot-grünen Koalitionsverhandlungen nach der Kommunalwahl Ende Mai sehr zäh gewesen sei. Die Grünen hätten die SPD mit ihrem Wunsch nach einer „festen Partnerschaft für sechs Jahren“ irritiert. Nach internen Diskussionen stehe jetzt aber für die SPD fest: „Wir gehen den Weg einer detaillierten Vereinbarung mit.“

In Gegenwart von Hermann Terborg wies Otto Reiners, stellvertretender Fraktionschef der Grünen, darauf hin, dass es im „Sportbereich“ noch Meinungsverschiedenheiten zwischen SPD und Grünen gebe, die in der kommenden Woche ausgeräumt werden sollen. Gemeint sind bestimmte die stritte Frage eines städtischen Zuschusses für eine neue Tribüne im Preußenstadion.

Bekannt ist auch der Dissens in der Bäderfrage: Die SPD möchte ein neues Spaßbad in Gievenbeck bauen, die Grünen plädieren für ein neues Südbad am alten Standort im Geistviertel.

Nach der Verabschiedung von Terborg wurde dann aber auch noch bekannt, dass die Pläne für das Hafencenter auf dem alten Postgelände neben dem Osmo-Areal die beiden Parteien spalten. Die SPD steht dem seit Jahren diskutierten Projekt im Grundsatz positiv gegenüber, die Grünen lehnen es ab.

Die von SPD und Grünen angestrebte Rathausallianz versteht sich nicht als ein unmittelbares Regierungsbündnis, weil hierfür vier Stimmen im Rat fehlen. Vielmehr ist nach Auskunft des früheren GAL-Fraktionschefs und heutigen Vorstandsmitgliedes geplant, das gemeinsame Papier als Basis für die Verhandlungen mit weiteren Parteien zu nehmen. Erster Ansprechpartner sei dabei die FDP.

Auf diesem Wege könne man der Gefahr widerstehen, in den zweifelsfrei schwierigen Verhandlungen gegeneinander ausgespielt zu werden.

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