Studentenverbindung darf nicht im Rathaus feiern
Politische Entscheidung

Münster -

Pflichtschlagend und angeblich frauenfeindlich: Rot-Grün und Co lassen eine Studentenverbindung nicht im Rathaus feiern. Das sorgt für Ärger.

Samstag, 13.09.2014, 05:09 Uhr

 
  Foto: Oliver Werner

Das Rathaus des Westfälischen Friedens ist für die Landsmannschaft Rhenania Münster und ihre Gäste versperrt: Eigentlich will die Studentenverbindung im Jahr 2016 einen großen Kommers im Festsaal feiern, doch da spielt eine Mehrheit in der Politik nicht mit. Eine schlagende Verbindung, die keine Frauen aufnimmt – das fand bei einer Allianz aus SPD , Grünen, Linken, Piraten und ÖDP keine Gnade. In nichtöffentlicher Sitzung erteilte sie im Hauptausschuss am Mittwoch der Anfrage der Alten Münsterschen Landsmannschaft eine Absage. Nur CDU und AfD wollten der Studentenverbindung, die in ihrem Dachverband Coburger Convent 2016 die Präsidentschaft innehat, das Feiern im Rathaus erlauben; die FDP enthielt sich.

Oberbürgermeister Markus Lewe (CDU) kündigte am Freitag auf Anfrage an, den mehrheitlichen Beschluss des Hauptausschusses überprüfen zu lassen: Möglich sei, dass damit gegen den Grundsatz der Gleichbehandlung verstoßen werde. Angesprochen auf den Beschluss, betonte Lewe, dass das Rathaus eines der offenen und nicht der geschlossenen Tür sein solle.

Der Vorsitzende des Altherren-Verbandes der Landsmannschaft Rhenania zeigte sich naturgemäß wenig erfreut über die Absage. Schließlich gehöre man zur Geschichte der Stadt, sei mit ihr und der Universität verbunden, betonte Dietmar Krämer. Die Landsmannschaft Rhenania ist 1850 in Münster gegründet worden. Als schlagende Verbindung gehört das akademische Fechten zum festen Programm ihrer Mitglieder, zu denen auch der langjährige und inzwischen verstorbene Landesdirektor Walter Hoffmann (SPD) zählte.

Den Vorwurf der Frauenfeindlichkeit wies Krämer zurück: Man nehme zwar grundsätzlich keine Frauen auf, „aber das ist historisch begründet“. Von der Ausrichtung her sei man „parteipolitisch neutral und konfessionell ungebunden“. Ein wenig Hoffnung hat Krämer noch, den Kommers vielleicht doch im Rathaus feiern zu dürfen. „Wir warten mal ab.“

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/2736558?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F2572714%2F4847850%2F
Nachrichten-Ticker