Schlagartig eine Milliarde Euro mehr Umsatz
Agravis übernimmt den größten privaten Wettbewerber Deutschlands

Münster -

Für die deutsche Landwirtschaft ist es vergleichbar mit einem Paukenschlag. Der münsterische Agravis-Konzern schluckt gemeinsam mit zwei dänischen Partnern das Agrarhandelsgeschäft des größten privaten Wettbewerbers in Deutschland.

Montag, 13.10.2014, 16:10 Uhr

Agravis wird zum größten Agrarhandelsunternehmen in Deutschland. Der münsterische Konzern übernimmt das Geschäft der Getreide AG im schleswig-holsteinischen Rendsburg.
Agravis wird zum größten Agrarhandelsunternehmen in Deutschland. Der münsterische Konzern übernimmt das Geschäft der Getreide AG im schleswig-holsteinischen Rendsburg. Foto: Agravis

Vorausgesetzt, dass die Kartellbehörden zustimmen, wird das deutsch-dänische Joint-Venture Dava-Agravis zum 1. Februar 2015 die Geschäfte der Getreide AG mit Sitz in Rendsburg ( Schleswig-Holstein ) übernehmen. Agravis und seine beiden dänischen Partner steigern ihren Umsatz damit auf einen Schlag um rund eine Milliarde € pro Jahr.

Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Agravis-Vorstandschef Clemens Große-Frie erklärte jedoch, es handele sich um „die mit Abstand größte Einzelinvestition der Firmengeschichte. Die Agravis-Raiffeisen AG hält am gemeinsamen Unternehmen 25 Prozent der Anteile, 75 Prozent liegen in den Händen der Partner aus Dänemark.

Insgesamt übernimmt Dava-Agravis eine Unternehmensgruppe mit elf Gesellschaften, 550 Mitarbeitern und mehr als 70 Standorten in Nord- und Ostdeutschland – in diesen Regionen ist Agravis bislang kaum vertreten. Den Kern des Geschäfts bilden Gesellschaften mit Sitz in Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt. Mit zum Paket gehört auch eine ungarische Agrarhandelsgesellschaft.

Die Getreide AG wird trotz der geplanten Übernahme weiterbestehen. Das inhabergeführte Unternehmen aus Norddeutschland konzentriert sich künftig auf die industrielle Herstellung von Malz und die Produktion von Öl aus Raps.

Der deutsche Agrarmarkt ist seit Jahren hart umkämpft. Man habe es mit sehr engen Margen zu tun, erklärte Agravis-Chef Große-Frie mit Blick auf den Zukauf. Die Münsteraner sehen sich selber als „Weltmeister der kleinen Margen“ und setzen seit Jahren auf Wachstum, um sich von den Mitbewerbern abzusetzen. Durch die neue Beteiligung werde Agravis auf dem deutschen Agrarhandelsmarkt führend sein, erklärte Große-Frie. Agravis bekommt durch den Zukauf erstmals auch Zugang zum Tiefwasserhafen in Rostock, von dem aus große Mengen nach Übersee verschifft werden können. Bislang sind die Münsteraner nur an kleineren Kanalhäfen vertreten.

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