Verkostung und Lesung mit Biertester und Autor Jürgen Roth
Wie viel Poesie steckt in einem Weizenbier?

Münster -

Wie viel Poesie und Lyrik steckt in einem Bier? Dieser Frage ging jetzt Autor und Biertester Jürgen Roth im „Stur“ nach. Er unternahm dazu Exkursionen in fränkische Bockbierparadiese, an die Ränder der Bierprovinzen und erzählte von Tresengesprächen und gewaltig konfusen Bierdiskursen.

Freitag, 17.10.2014, 18:10 Uhr

„Die Poesie des Bieres“  brachte Jürgen Roth bei der Präsentation seines gleichnamigen Buches den Zuhörern im „Stur“ nahe.
„Die Poesie des Bieres“  brachte Jürgen Roth bei der Präsentation seines gleichnamigen Buches den Zuhörern im „Stur“ nahe. Foto: hhe

Wie viel Poesie und Lyrik in einem großen Schluck Pils-, Weizen- oder Lagerbier stecken können, hat der Schriftsteller Jürgen Roth seine Zuhörer spüren lassen. Im „Stur“, einer Diskothek im ehemaligen Brauwassertank der aufgelösten Germania-Brauerei, hat er Auszüge aus dem jüngst erschienenen zweiten Teil seines Buches „Die Poesie des Bieres“ vorgelesen, dazu die Neuauflage des bisher vergriffenen „Die 100 besten Biere der Welt“ vorgestellt. Beides hat der in Münster beheimatete Oktober-Verlag herausgebracht und die Lesung in die Wege geleitet.

„Bier ist poetisch, weil es je nach Situation andere Emotionen hervorruft. Es kann den Lebensmut stärken“, beschrieb Jürgen Roth seine Sicht. Manche Texte verfasste sein Freund und Co-Autor von „Die 100 besten Biere der Welt“, Michael Rudolf , der sich 2007 das Leben nahm. Obwohl jedem bekannt, sorgten die in kreativen Wort- und Satzkonstellationen lebhaft vor Augen geführten Trinkerlebnisse beim Publikum für gute Stimmung, etwa wenn Roth über das populäre Krombacher las, es habe „alles, was ein Bier nicht braucht“, und man freue sich nur „auf die Zigarette danach“.

Anders klang die Kritik beim Bockbier aus Aying, für dessen „Röstmalzzuckerdaten“ sich Roth und Rudolf „eine zweite Zunge“ gewünscht hätten.

17 Biere fanden sich auf einer eigens für die Lesung entworfenen Getränkekarte, wobei das naturtrübe Dinkelbier der Klosterbrauerei im bayerischen Plankstetten schon nach wenigen Minuten ausverkauft war. Auch das für münsterländische Ohren und Gaumen exotisch anmutende Margareten-Bier aus dem thüringischen Pößneck verschwand schnell aus dem Angebot. Verschieden lange Reportagen, Glossen und kulinarische Erlebnisberichte finden sich in dem knapp 350 Seiten starken zweiten Teil der „Poesie des Bieres“.

Die Zuhörer im „Stur“ hatten auf alle Fälle ihre Freude an den ironischen, den Blick auf den kulturellen und regionalen Charakter eines jeden Bieres lenkenden Texten.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/2814399?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F2572714%2F4847849%2F
Nachrichten-Ticker