Diskussion um Katholikentag
Es geht um Kirche und um Geld

Münster -

Bei der Diskussion darüber, ob die Stadt Münster bereit ist, den für 2018 in Münster geplanten Katholikentag mit 1,5 Millionen Euro zu fördern, prallen Welten aufeinander. Gegner und Befürworter schenkten sich in der emotionsbeladenen Debatte nichts.

Dienstag, 04.11.2014, 16:11 Uhr

Diskutierten über den Katholikentag (v.l.): Dr. Stefan Vesper, Dr. Michael Jung und Daniela Wakonigg.
Diskutierten über den Katholikentag (v.l.): Dr. Stefan Vesper, Dr. Michael Jung und Daniela Wakonigg. Foto: kb

Als die Debatte in der Stadtbücherei richtig heftig wurde, kam die Frage an die Adresse des SPD-Fraktionschefs Dr. Michael Jung , wie sich denn seine Fraktion positioniert habe. Jung ehrliche Antwort zu dem umstrittenen Zuschuss für den geplanten Katholikentag 2018: „Die Fraktion hat sich noch nicht entschieden.“

Eines dürfte Michael Jung – unbeschadet aller Argumente Pro und Contra – sicherlich mitgenommen haben: Es ist unmöglich, über den Zuschuss eine emotionsfreie Debatte zu führen. Dafür sind die Stichworte Kirche und Geld zu emotionsbeladen.

Fakt ist, dass die Stadt Münster bis zum Ende des Jahres eine Antwort geben muss, ob sie bereit ist, den für 2018 in Münster geplanten Katholikentag mit 1,5 Millionen Euro zu fördern. Fakt ist aber auch, dass sich Widerstand formiert. Sprachrohr der Gegner war bei dieser SPD-Veranstaltung Daniela Wakonigg vom Bund der Konfessionslosen und Atheisten. Sie rechnete vor, dass das Bistum Münster aktuell rund sieben Millionen Euro an Kirchensteuer mehr als geplant einnehme. Von diesem Geld könne man bequem 1,5 Millionen Euro für den Katholikentag an die Seite legen.

Dann können wir auch gleich die Skulpturen-Ausstellung infrage stellen.

Beanka Ganser (SPD) zur Kritik am Katholikentag

Michael Bieber , Sprecher der Schlossplatz-Initiative 2012, verwies auf den aufgelösten Studienfonds. Die Kirche habe seinerzeit viel Geld eingenommen, was man zur Finanzierung nutzen könne. Er habe nichts gegen einen Katholikentag in Münster, gab Bieber die Position vieler im Raum wider, wohl aber gegen eine Finanzierung aus städtischen Töpfen.

Den Gegenpart nahm die ehemalige Ratsfrau Beanka Ganser ein. „Als Sozialdemokratin und Protestantin“, wie sie sich selbst bezeichnete, warnte sie vor eine „Klein-Klein-Debatte“. Wer einen städtischen Zuschuss für eine so wichtige Veranstaltung wie den Katholikentag ablehne, „der kann auch gleich die Skulpturen-Ausstellung 2017 in Frage stellen“.

 

Ein junger Student verwies auf das umfassende Kulturprogramm, das die Kirche jüngst beim Bistumsjubiläum geboten habe „und das auch von Menschen genutzt wurde, die der Kirche nicht so nahe stehen“. Vor diesem Hintergrund sei eine gewisse Großzügigkeit durchaus angebracht.

Als Vertreter des Zentralkomitees der Katholiken (ZdK) diskutierte dessen Generalsekretär Dr. Stefan Vesper mit. Nach seiner Ansicht nehmen der Katholikentag und der Evangelische Kirchentag unter den Großveranstaltungen in Deutschland eine Sonderrolle ein, weil hier mit besonderer Intensität der „gesellschaftliche Diskurs“ geführt werde.

Ein Kritiker meinte daraufhin: „Reden darf man auf einem Katholikentag über alles, aber entscheiden dürfen Katholiken nichts.“

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