Münsters Bäderlandschaft
Absage an Stadtwerke und Freizeitbad

Münster -

Münsters Bäder sollen besser gereinigt werden, schlägt die Verwaltung vor. Vieles andere zur Zukunft der Schwimmbäder bleibt offen.

Donnerstag, 06.11.2014, 06:11 Uhr

Am 10. Dezember sollen die Politiker im Rat der Stadt über die weitere Entwicklung der Bäderlandschaft entscheiden. Ziel ist es unter anderem, die Attraktivität der städtischen Bäder – hier das Stadtbad Mitte – zu steigern.
Am 10. Dezember sollen die Politiker im Rat der Stadt über die weitere Entwicklung der Bäderlandschaft entscheiden. Ziel ist es unter anderem, die Attraktivität der städtischen Bäder – hier das Stadtbad Mitte – zu steigern. Foto: Matthias Ahlke

Viele Jahre ist in Münster darüber diskutiert worden, ob der aktuell hoch defizitäre Betrieb der acht städtischen Schwimmbäder möglicherweise bei den Stadtwerken besser aufgehoben sein könnte. Dieses Thema scheint nun vom Tisch. Denn die Stadtverwaltung empfiehlt aus „steuerlichen und betriebswirtschaftlichen Abwägungen“ eine Übertragung des Bäderbetriebs an die Stadtwerke nicht weiter zu verfolgen.

Dies ist einer der Kernpunkte in dem Verwaltungspapier zur Entwicklung der münsterischen Bäderlandschaft , das am Mittwoch den Ratspolitikern zur Diskussion mit auf den Weg gegeben wurde. Ferner enthält es einige Prüfaufträge, wie der Bäderbetrieb womöglich attraktiver und damit auch wirtschaftlicher gestaltet werden könnte. Zugleich wird der Bau eines neuen zentralen Freizeit- und Gesundheitsbades aus wirtschaftlichen Gründen nicht empfohlen. Allerdings könnten dessen Elemente beim Wiederaufbau des Hallenbades Kinderhaus berücksichtigt werden.

Kurzfristig sollen nach dem Vorschlag der Stadtverwaltung 135 000 Euro bereitgestellt werden, um die Bäder besser zu reinigen und ein Marketingkonzept für selbige zu entwickeln. Um das Serviceniveau in den Bädern zu verbessern, werden personenbesetzte Kassen, eine Erweiterung der Öffnungszeiten für die Öffentlichkeit sowie erhöhte Wassertemperaturen ins Spiel gebracht sowie zusätzliche Angebote wie etwa Gastronomie, Shops und Kurse. Allerdings bestehe das Risiko, dass dadurch entstehende höhere Kosten nicht durch Einnahmensteigerungen kompensiert werden könnten. Im vergangenen Jahr verlief sich das Minus im Bäder-Bereich auf 5,7 Millionen Euro.

Weitere Empfehlungen der Verwaltung:

Hallenbad Kinderhaus: Ein Schwimmangebot in Kinderhaus wird als unverzichtbar dargestellt. Es soll aber geprüft werden, ob das infolge der Unwetterschäden derzeit nicht nutzbare Hallenbad in Kinderhaus möglicherweise an anderer Stelle wiederaufgebaut und um Konzepte eines Familien- und Gesundheitsbades ergänzt werden kann.

Bürgerbad Handorf : Eine Verlängerung des Vertrags mit dem Betreiberverein Bürgerbad Handorf über Dezember 2014 hinaus wird als sinnvoll bezeichnet, um Schulen und Vereine zu versorgen.

Familien- und Gesundheitsbad: Aus Sicht der Verwaltung ist der Bau eines neuen Zentralbades mit einem Freizeit- und Wellnessangebot mit wirtschaftlichen Risiken verbunden. Ohne sonstige Änderungen würde sich das Defizit im Bäderbereich erhöhen.

Südbad: Unter den jetzigen Umständen sieht die Verwaltung keine realistische Umsetzungsperspektive.

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