Stefanie Luik verlässt Reutlingen und wird Münsters 300.000. Bürgerin
Vom Hörsaal ins Geschichtsbuch

Münster -

Stefanie Luik (23), Studentin der Erziehungswissenschaften aus Reutlingen, ist der 300 000. Bürger der Stadt Münster. „Ein historischer Tag“, so Oberbürgermeister Markus Lewe.

Dienstag, 11.11.2014, 08:11 Uhr

Stefanie Luik ist Münsters 300 000. Bürgerin. Oberbürgermeister Markus Lewe überreichte der 23-jährigen Studentin der Erziehungswissenschaften am Montag einen Blumenstrauß und ein Münster-Monopoly-Spiel.
Stefanie Luik ist Münsters 300 000. Bürgerin. Oberbürgermeister Markus Lewe überreichte der 23-jährigen Studentin der Erziehungswissenschaften am Montag einen Blumenstrauß und ein Münster-Monopoly-Spiel. Foto: Oliver Werner

Hätte Stefanie Luik am Samstag eine zweite Runde über den Markt gedreht, noch irgendwo einen Kaffee getrunken – dann würde Oberbürgermeister Markus Lewe am Montagmorgen im Bürgerbüro einem anderen Neubürger Blumen in die Hand drücken. Doch Stefanie Luik drehte keine zweite Runde auf dem Markt, sondern meldete am Samstagvormittag – ganz pflichtbewusst – im Stadthaus 1 ihren Erstwohnsitz an.

Sie ahnt nicht, dass ihr der nüchterne Verwaltungsakt einen Platz in der Stadtgeschichte bescheren wird: Stefanie Luik (23), Studentin der Erziehungswissenschaften aus Reutlingen , ist der 300 000. Bürger der Stadt Münster . „Ein historischer Tag“, schwärmt Lewe, während Luik am Montagmorgen beim offiziellen Pressetermin tapfer in die Kameras lächelt. So einfach kann es manchmal sein, Geschichte zu schreiben.

Eine Mitarbeiterin des Bürgerbüros hatte sie am Samstag in ein Extrabüro gebeten. „Hä, was soll denn das?“, habe sie gedacht, erzählt Stefanie Luik. Dann wurde ihr offenbart, dass sie dafür verantwortlich ist, dass für Münster ein lang gehegter Traum Wirklichkeit wird: endlich die 300 000-Einwohner-Marke zu knacken.

„Vor zehn Jahren bin ich noch ausgelacht worden, als ich das prophezeite“, erzählt der am Montag blendend aufgelegte OB. Mehrere Dutzend Bürger, die im Bürgerbüro auf den Aufruf ihrer Nummer warten, spenden spontan Beifall. Lewe strahlt, Stefanie Luik lächelt schüchtern.

Sie sei schon öfter in Münster gewesen, erzählt sie später, ihre Cousine studiere bereits länger hier. Nachdem die 23-Jährige ihren Bachelor an der Universität Tübingen bestanden hatte, entschied sie sich, im Norden weiter zu studieren. „Münster ist einfach schön“, begründet sie ihre Entscheidung, hier den Master in Erziehungswissenschaften zu machen. Im Oktober zog sie nach Westfalen, erst kam sie bei Freunden unter, seit vergangener Woche hat sie eine eigene Studentenbude an der Steinfurter Straße. Mindestens zwei Jahre wolle sie bleiben, vielleicht auch länger, wer weiß.

Während sie den Blick vom obersten Stockwerk des Stadthauses auf die City genießt, schwärmt Lewe von den Vorzügen Münsters: Hochschulen, gesunder Arbeitsmarkt, hohe Lebensqualität. „Andere Städte schrumpfen, wir wachsen.“ Der Oberbürgermeister strahlt, keine Frage: Der 10. November 2014 ist nicht nur ein guter Tag für Münster, er ist offenbar auch ein guter Tag für ihn ganz persönlich.

Und so entscheidet er sich spontan, die Neubürgerin zum Essen einzuladen. „Mögen Sie Fisch?“ Stefanie Luik bekennt, dass sie Spätzle mit Sauce viel lieber mag. „Das kriegen wir schon hin“, sagt Lewe. Ein paar Mal noch klicken die Kameras, dann hat der Alltag die Studentin zurück – während Münster einen großen Schritt in Richtung Zukunft getan hat.

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