Initiative in Uppenberg
Flüchtlingspläne im Gegenwind

Münster -

Die Pläne der Stadt, an elf Standorten neue feste Flüchtlingsunterkünfte zu bauen, ernten stellenweise Gegenwind. In Uppenberg will sich am heutigen Dienstag eine Bürgerinitiative zum Erhalt der für den Bau vorgesehenen Grünfläche bilden. Die Ratsparteien werben in einer gemeinsamen Veranstaltung um Verständnis. 

Mittwoch, 12.11.2014, 05:00 Uhr aktualisiert: 12.11.2014, 18:00 Uhr
Grünfläche „Bahlmannwiese“ in Münster
Eine Bürgerinitiative will für den Erhalt der für den Bau vorgesehenen Grünfläche „Bahlmannwiese“ kämpfen.   Foto: Open Street Map/Stepmap

Die Anwohner in Uppenberg rund um die Falgerstraße fanden am Wochenende Handzettel in ihren Briefkästen. Eingeladen wurde – von Unbekannten – zu einer am heutigen Dienstag stattfindenden Versammlung, in der es um den geplanten Bau einer festen Flüchtlingsunterkunft auf einer Grünfäche, der sogenannten „Bahlmannwiese“, im Viertel geht. Es war bereits bekannt geworden, dass sich eine Bürgerinitiative für den Erhalt der Wiese, respektive gegen den Bau der Flüchtlingsunterkunft gründen soll (Bericht vom 6.11.).

Die Politiker im Rat, die gemeinsam mit der Verwaltung elf neue Standorte für neue Flüchtlingshäuser für jeweils 50 Personen benannt haben, sind von den Bestrebungen alarmiert. Alle Parteien, mit Ausnahme der AfD, reagieren nun ihrerseits mit einer Informationsveranstaltung. Sie laden alle am Thema Interessierten am Montag (17. November) um 19.30 Uhr in den Vortragssaal der Deutschen Rentenversicherung an der Gartenstraße ein – „um Fragen zu beantworten und um Verständnis zu werben“, sagt Bezirksbürgermeister Peter Fischer-Baumeister . Auch Flüchtlingsdezernent Jochen Köhnke werde Fragen beantworten, so Fischer-Baumeister. Der Bau der Flüchtlingsunterkunft, eines festen Gebäudes, werde nicht vor 2016 konkret geplant und realisiert. Die Grünfläche an der Falger­straße ist der einzige Standort, der im Bezirk Mitte als vertretbar ausgesucht wurde. Parallel zur Bürgerinitiative gegen den Plan formiert sich im Wienburgviertel auch eine Gruppe von bisher etwa 30 Anwohnern, die sich bei der Integration der Flüchtlinge in ihrer Nachbarschaft engagieren will.

Im September hatten Politik und Verwaltung gemeinsam mit Kirchen, Polizei und Integrationsrat drei Tage lang diskutiert und aus 27 Vorschlägen die elf Standorte bestimmt, über die nun der Rat entscheiden wird.

Widerstand ist auch in Handorf spürbar. Die dort zuständige Bezirksvertretung fand den geplanten Standort am Willingrott in Dorbaum ungeeignet.

Die Bezirksvertretung West, auf deren Gebiet gleich fünf der elf Standorte liegen, hat sich mit dem Konzept einverstanden erklärt, ausdrückliche parteiübergreifende Zustimmung zu den Plänen und der Ansiedlung zusätzlicher Flüchtlinge in temporären Unterkünften kam in der vergangenen Woche aus der Bezirksvertretung Süd-Ost. Die Bezirksvertretung Hiltrup wird am Donnerstag über die neuen Standorte diskutieren und dabei, so Bezirksbürgermeister Joachim Schmidt, „mit hoher Wahrscheinlichkeit“ auch die Empfehlung aussprechen, die zusätzlich zur festen Flüchtlingseinrichtung am Nordkirchenweg aufgestellten Container noch länger stehen zu lassen. Auch hier hatten Anwohner Bedenken geäußert.

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