Flüchtlingscontainer
Verlängerung am Nordkirchenweg

Münster -

Die Container für 50 Flüchtlinge am Nordkirchenweg werden wohl mindestens zwei weitere Jahre stehen bleiben. Die Bezirksvertretung hat eine entsprechende Empfehlung an den Rat ausgesprochen. Die Anwohner der kleinen Siedlung, in der ebenso viele Einheimische wie Flüchtlinge wohnen hoffen, dass sich die Bedingungen des Zusammenlebens verbessern.

Freitag, 14.11.2014, 21:11 Uhr

Die Containerbauten für 50 Flüchtlinge am Nordkirchenweg bleiben nun für zwei weitere Jahre stehen.  Die Anwohner sind darüber nicht erfreut. Sie fühlten sich bisher von der Stadt im Zusammenleben mit den Flüchtlingen allein gelassen..
Die Containerbauten für 50 Flüchtlinge am Nordkirchenweg bleiben nun für zwei weitere Jahre stehen.  Die Anwohner sind darüber nicht erfreut. Sie fühlten sich bisher von der Stadt im Zusammenleben mit den Flüchtlingen allein gelassen.. Foto: Matthias Ahlke

99 Menschen leben in den Einfamilienhäusern der kleinen Siedlung am Nordkirchenweg , Zwei Stichstraßen, überwiegend Reihen- und Doppelhäuser, in denen junge Familien wohnen. In direkter Nachbarschaft ein festes Gebäude, in dem 50 Flüchtlinge schon seit mehreren Jahren leben. Auf der Straßenseite gegenüber auf einer kahlen, baumlosen Fläche stehen Container, in denen ebenfalls 50 Flüchtlinge untergebracht sind.

Das wird für mindestens zwei weitere Jahre so bleiben. Die Bezirksvertretung Mitte hat in ihrer Sitzung am Donnerstagabend eine entsprechende Empfehlung an den Rat ausgesprochen. Für die Anwohner keine gute Nachricht. Bei ihnen, so sagt ein Familienvater, sei nun „der Eindruck entstanden, dass sich die Anwohner nicht auf Zusagen der Stadt verlassen“ könnten.

Die Container waren am Nordkirchenweg mit der Zusage aufgestellt worden, sie nach einem Jahr abzubauen. In einer Bürgerversammlung der Stadt war der Unmut der Anwohner laut geworden (WN, 6.11.). „Die Stimmung hatte sich aufgeheizt“, beschreibt eine der Anwohnerinnen im Nachhinein die Atmosphäre bei der Versammlung.

Dabei habe sich der schwelende Ärger der Nachbarn darüber entladen, dass die Anwohner in die Planungen über die Aufstellung des Containers seinerzeit nicht einbezogen worden seien – und nun auch erst kurz vor Ablauf des vereinbarten Jahres darüber informiert wurden, dass die Anlage stehen bleiben soll.

„100 Flüchtlinge und 100 Einheimische“ – dieses Verhältnis finden die Nachbarn am Nordkirchenweg „ sozial unausgewogen“. Seit Entstehung der Siedlung sei die Nachbarschaft mit den Flüchtlingen in der festen Unterkunft „unproblematisch“, sagt ein anderer Nachbar. Die rund 50 Menschen in den Containerbauten ohne sinnvolle Beschäftigungsmöglichkeit und geeignete Aufenthaltsräume hätten die einheimische Nachbarschaft aber oftmals überfordert. „Die Kinder waren im Sommer manchmal bis nach Mitternacht auf der Straße“, sagt eine Mutter, die sich auch eine Anleitung beim sozialen Engagement für die Flüchtlinge von Seiten der Stadt gewünscht hätte. Bei einer Umfrage der Nachbarn hätten 21 von 24 Anliegern den Wunsch erklärt, dass die Container jetzt wieder abgebaut würden.

Das spielt nun keine Rolle mehr. Das Sozialamt versprach am Donnerstag in der Bezirksvertretung, die Bedingungen am Nordkirchenweg zu verbessern.

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