Kinderuni
Wie Glück funktioniert

Münster -

Bei der nächsten Kindervorlesung erklärt der Neurowissenschaftler und Physiker Prof. Michael Deppe von der Universität Münster, was im Gehirn geschieht, wenn Menschen glücklich sind.

Dienstag, 18.11.2014, 11:11 Uhr

Prof. Dr. Michael Deppe zeigt am Modell ein Gehirn, wo das Glücksgefühl entsteht. Bei der Kinderuni will er erklären, wie Glück im Gehirn funktioniert.
Prof. Dr. Michael Deppe zeigt am Modell ein Gehirn, wo das Glücksgefühl entsteht. Bei der Kinderuni will er erklären, wie Glück im Gehirn funktioniert. Foto: kv

Glück ist das Gefühl, das alle Menschen am liebsten empfinden. Was Glück ist, darüber machen sich viele Forscher Gedanken. Professor Michael Deppe von der Medizinischen Fakultät der Universität Münster auch. Deppe schaut anderen Leuten ins Gehirn und weiß inzwischen: „Glück kann man dort sehen.“ Am kommenden Freitag (21. November) um 16,15 Uhr im H1, Schlossplatz 46, beantwortet Michael Deppe bei der Kinderuni die Frage: „Wie funktioniert Glück?

Michael Deppe erforscht Methoden, die Vorgänge im Gehirn sichtbar machen. Und wenn er den Kopf von Menschen in einem so genannten Magnet-Resonanz­tomographen untersucht, kann Deppe aus den Bildern einiges über die Gefühle dieses Menschen schließen.

Das Glücksgefühl geht auch von einem kleinen Bereich, den die Mediziner „Nukleus accumbens“ nennen. Wenn ein Mensch glücklich ist, arbeiten die Nervenzellen in weiteren Bereichen des Gehirns besonders stark. „Glück strahlt in verschiedene Gegenden vom Hirn aus“, erklärt Michael Deppe. In einem Experiment in seiner Abteilung hat sich gezeigt, dass Menschen besonders glücklich sind, wenn sie erwarten, Glück zu empfinden. „Die Vorfreude macht noch glücklicher, als das Glück selbst, wenn es wirklich eintritt, beispielsweise, wenn man etwas gewonnen hat“, erklärt Deppe. Schulkinder kennen das: Wer sich sicher ist, dass er alle Aufgaben einer Klassenarbeit richtig gelöst hat, freut sich auf die Rückgabe der Hefte mehr als über die Eins, die dann wirklich unter der Arbeit steht. Hirnforscher nennen dies das „Belohnungssystem“.

Wenn Michael Deppe von seiner Arbeit erzählt, dann sieht er selbst ziemlich glücklich aus. Ins Gehirn zu schauen, um besser zu verstehen, was dort beim Denken und Fühlen passiert, das ist sein Traum, seit er als Schüler zum ersten Mal davon las, es gebe Röntgenmethoden, um genau dies sichtbar zu machen. Die jungen Studenten am Freitag will er mit seiner Begeisterung anstecken.

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Die Kinderuni ist geeignet für Kinder ab etwa acht Jahren. Der Eintritt ist frei.

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