„Kein Abbau im Hauruck-Verfahren“
Chillida-Bänke: Minister tritt auf die Bremse

Münster -

Die Chillida-Skulptur im Rathausinnenhof wird nicht im Hauruck-Verfahren abgebaut. Dies hat NRW-Finanzminister Walter-Borjans jetzt gegenüber unserer Zeitung dargestellt. Vielmehr werde es „lange genug“ Gelegenheit geben, dauerhafte Lösungen zu finden. Für den von OB Lewe angekündigten „Aufstand“ sieht er keinen Anlass.

Montag, 24.11.2014, 07:11 Uhr

 Das Kunstwerk „Dialog“ von Eduardo Chillida im münsterischen Rathausinnenhof.
 Das Kunstwerk „Dialog“ von Eduardo Chillida im münsterischen Rathausinnenhof. Foto: Oliver Werner

Die von einem Verkauf bedrohte Eduardo-Chillida-Skulptur im Rathausinnenhof wird nicht im Hauruckverfahren abgebaut. Dies hat am Sonntag NRW-Finanzminister Norbert Walter-Borjans (SPD) in einer Stellungnahme zum Bericht unserer Zeitung vom Samstag klargestellt. „Es gibt noch lange genug Gelegenheit, dauerhafte Lösungen zu finden, aber auch bei der Suche nach Lösungen mitzutun.“ Die Landesregierung werde „in engem Dialog mit der Kultur“ Sorge dafür tragen, dass Schutz und Förderung der Kultur bei den Umstrukturierungserfordernissen im Bereich der Landesunternehmen nicht unter die Räder geraten, so Walter-Borjans weiter.

Die Skulptur „Toleranz durch Dialog“ war 1993 der Stadt Münster von der West LB als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt worden. Inzwischen gehört das Kunstwerk dem WestLB-Nachfolger Portigon AG . Diese hatte am Freitag gegenüber unserer Zeitung betont, dass der gesamte Besitz der WestLB veräußert werden solle. Oberbürgermeister Markus Lewe hatte darauf mit Entsetzen reagiert und einen „Aufstand“ angekündigt, sollte die Chillida-Skulptur verschwinden.

„Die Portigon wird noch sehr lange existieren. Bis die ehemalige WestLB vollständig aus dem Markt geht, wird es Jahrzehnte dauern“, so Walter-Borjans. Am Ende müssten allerdings auch die Kunstwerke einen anderen Eigentümer gefunden haben, der die Objekte aus dem Unternehmensvermögen heraus erwirbt. „Weder für den münsterschen Oberbürgermeister noch für andere Besorgte besteht ein Anlass zum angedrohten Aufstand“, beschwichtigt der Minister.

Kritik übt er am CDU-Landtagsabgeordneten Thomas Sternberg. Dass dieser als „Hüter des modernen Kulturgutes“ durch die Landschaft laufe, während sein Fraktionsvorsitzender im Landtag NRW , Armin Laschet, und Fraktionsgeschäftsführer Lutz Lienenkämper dem Verkauf von Warhol-Bildern zugestimmt hätten, sei „pikant“.

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