Aktionen zum Welt-Aids-Tag
Mitten im Leben

Münster -

Zahlreiche Aktionen finden auch in diesem Jahr wieder rund um den Welt-Aids-Tag am 1. Dezember statt. Am Wochenende verteilen Prominente und Politiker rote Schleifen.

Montag, 24.11.2014, 21:11 Uhr

Gemeinsam gegen Aids (v.l.): Julia Berentelg (DRK), Ralf Bolhaar (Aids-Hilfe), Monika Brosda (Gesundheitsamt), Ulrich Besting und Markus Giesbers (Aids-Hilfe). 
Gemeinsam gegen Aids (v.l.): Julia Berentelg (DRK), Ralf Bolhaar (Aids-Hilfe), Monika Brosda (Gesundheitsamt), Ulrich Besting und Markus Giesbers (Aids-Hilfe).  Foto: kal

Erst wenige Wochen ist es her, dass ein münsterisches Krankenhaus einem HIV-positiven Arzt die fristlose Kündigung aussprach, berichtet Markus Giesbers von der Aids-Hilfe. Von der Infektion sei dabei nicht die Rede gewesen, vielmehr habe die Klinik andere Gründe vorgeschoben, sagt er. Das Integrationsamt des LWL habe die Kündigung allerdings vor wenigen Tagen für unwirksam erklärt.

Für Giesbers ist dieser Vorgang ein Beispiel dafür, dass Menschen mit HIV noch immer diskriminiert werden. „Hinter dem Rücken der Betroffenen wird getuschelt, mancher Zahnarzt verweigert die Behandlung, in manchen Fällen ist sogar der Arbeitsplatz in Gefahr. Diese Zurückweisung wiegt bei Menschen mit HIV heute meist schwerer als die gesundheitlichen Folgen der Infektion“, so Giesbers. Entsprechend haben sich Gesundheitsamt, Deutsches Rotes Kreuz und Aids-Hilfe in diesem Jahr für ihre Aktionen rund um den Welt-Aids-Tag am 1. Dezember das Motto „HIV-positiv und mitten im Leben – was würden Sie tun?“ gewählt. Schirmherr ist Oberbürgermeister Markus Lewe .

Zwölf Neuinfektionen hat das Gesundheitsamt in diesem Jahr in Münster gezählt. Das entspricht den Werten der vergangenen Jahre, so Monika Brosda , Ärztin für die Aids-Koordination. Immerhin: „Dank moderner Medikamente haben die meisten Menschen mit HIV heute schon fast eine normale Lebenserwartung.“ Und Aids-Hilfe-Mitarbeiter Ulrich Besting ergänzt: „Schon heute muss in Deutschland niemand mehr am Vollbild Aids erkranken.“ Voraussetzung seien jedoch eine frühzeitige Diagnose und eine zielgerichtete Behandlung. Unter anderem biete das Gesundheitsamt anonyme und kostenlose Tests an.

In den kommenden Tagen gibt es in Münster eine Reihe von Veranstaltungen zum Thema. Ziel sei es, alle Bevölkerungsgruppen anzusprechen, so Julia Berentelg vom DRK. Den Abschluss bildet am 3. Dezember ein „Tag der offenen Tür“ in den Beratungsräumen der Aids-Hilfe Münster an der Schaumburgstraße.

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