Bahnhof im münsterischen Ortsteil wurde 1907 gebaut
Von Roxel bis nach Havixbeck

Münster-Roxel -

Die Stadt Münster, die Deutsche Bahn, die Stadtwerke und der Zweckverband SPNV Münsterland (ZVM) eröffnen am heutigen Samstag den neuen Bahnhaltepunkt Münster-Roxel sowie die Mobilstation Bahnhof Roxel. Damit wird die über 100-jährige Geschichte des Vorortbahnhofs fortgesetzt.

Freitag, 12.12.2014, 20:12 Uhr

Bahnhof im münsterischen Ortsteil wurde 1907 gebaut : Von Roxel bis nach Havixbeck
Roxeler Bahngeschichte: Dieses Foto aus dem Jahr 1906 dokumentiert den Bau des Bahnhofs in Roxel. Foto: Heimat- und Kulturkreis

Viele Roxeler – vor allem Berufspendler, umweltbewusste ÖPNV-Verfechter, Nichtmotorisierte und Innenstadtreisende mit engem Zeitplan – werden sich freuen: Am Samstag (13. Dezember) wird Roxels jahrzehntelang geschlossener Schienenhaltepunkt nebst zusätzlicher Mobilstation wieder in Betrieb genommen. Die mittlerweile über 100-jährige Geschichte des münsterischen Vorortbahnhofs setzt sich somit fort. Orts-Chronist Franz Weitzel hat sie für den Heimat-und Kulturkreis in den vergangenen Jahren aufmerksam begleitet.

Die Geschichte des Roxeler Haltepunkts begann nach den Unterlagen Weitzels im Zeitraum 1906 bis 1907, als das schmucke Ziegelsteingebäude am westlichen Ortsrand von fleißigen Handwerkern erbaut wurde. Als am 15. Oktober 1907 dann die knapp 20 Kilometer lange neue Eisenbahnnebenstrecke Münster – Havixbeck eröffnet wurde, konnten erstmals Dampflokzüge in Roxel Station machen. Im dortigen Bahnhof hatte sich die Königliche Eisenbahn mit einer Dienststelle niedergelassen. In den Folgemonaten wurde die Schienenstrecke bis nach Billerbeck und bis zum Mai 1908 dann auch nach Coesfeld ausgebaut. Zwei Jahre später sollte sie sogar bis an den Niederrhein führen.

Diese Aufnahme zeigt das Bahnhofsgebäude im Jahr 1978 mit dem vorbeifahrendem „Baumberge-xpress“

Diese Aufnahme zeigt das Bahnhofsgebäude im Jahr 1978 mit dem vorbeifahrendem „Baumberge-xpress“ Foto: Heimat- und Kulturkreis

Wurden die Schienenstrecke und der Roxeler Bahnhof in den folgenden Jahrzehnten, in denen Individualmobilität noch alles andere als selbstverständlich war, rege genutzt, so brach die Popularität des Angebots nach dem Zweiten Weltkrieg sukzessive ein. Bereits im Oktober 1954 löste die münsterische Bundesbahndirektion die Dienststelle im Bahnhof Roxel auf. Weitere 13 Jahre gingen ins Land, bis dann auch das Bahnhofsgebäude komplett dicht gemacht und für einen längeren Zeitraum an die damalige Westfälische Central-Genossenschaft (WCG) verpachtet wurde. Allerdings wurde in der unmittelbaren Nachbarschaft ein Haltepunkt eingerichtet, an dem Reisende nach wie vor den „Baumberge-Express“ nutzen konnten. Das war bis zum 23. Mai 1982 der Fall: Dann musste auch der Haltepunkt der mangelnden Nachfrage Tribut zollen. „Das Angebot wurde von den Roxelern kaum noch frequentiert. Weniger als zehn Personen stiegen beim Stopp vor Ort in den Zug ein oder aus ihm aus“, weiß Weitzel.

Station für den Güterverkehr

Weitere zwei Jahre lang wurde der Roxeler Haltepunkt noch als Station für den Güterverkehr genutzt. Insbesondere Kartoffeln und Düngemittel seien dort damals umgeschlagen worden, so der Orts-Chronist. Damit war dann am 1. Juni 1984 ebenfalls Schluss. In puncto Roxeler Bahngeschichte wurde bis zur Jahrtausendwende kein weiteres Kapitel geschrieben. Das Bahnhofsgebäude gibt es nach wie vor. Es befindet sich allerdings in Privatbesitz.

Nach Jahren des „Stillstands“ wurde ab Ende der 90er-Jahre aufgrund des verstärkten Engagements von Bahn, Politik, Stadt und Bürgern für den Öffentlichen Schienen-Personennahverkehr intensiv über die Reaktivierung des Haltepunkts nachgedacht. „Im Februar 2005 hat die Stadt bei einer Bürgerversammlung in Roxel erste Planungen vorgestellt“, hat Weitzel nachgehalten.

Wir werden von Roxel aus künftig den münsterischen Hauptbahnhof in nur zehn Minuten erreichen können.

Franz Weitzel

Besagte Planungen haben nun dazu geführt, dass von Samstag (13. Dezember) an wieder Züge in Roxel Station machen. Der neue Haltepunkt an der Pienersallee nebst Mobilstation mit Busverknüpfung, Park & Ride-Parkplatz und Fahrradabstellanlage wird um 11 Uhr feierlich eröffnet.

„Wir werden von Roxel aus künftig den münsterischen Hauptbahnhof in nur zehn Minuten erreichen können. Das ist schnell“, freut sich Franz Weitzel. Er sei gespannt, wie der neue Haltepunkt von den Bürgern angenommen werde.

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