Geschichte der Clemenskirche
Kleinod prägt das Barock-Viertel

Münster -

Die Ratsmehrheit rüttelt zurzeit an den Grundmauern der barocken Clemenskirche, die 1745 als Hospitalkirche gegründet wurde. Nach dem Krieg stand die barocke Kirche nur noch als Ruine an ihrem Platz. 1956 wurde mit dem Wiederaufbau begonnen. Seit 1959 befindet sich die Clemenskirche im Eigentum der Stadt.

Sonntag, 14.12.2014, 10:12 Uhr

Die Clemenskirche stand nach dem Krieg nur noch als Ruine an ihrem Platz. 1956 begann der Wiederaufbau.
Die Clemenskirche stand nach dem Krieg nur noch als Ruine an ihrem Platz. 1956 begann der Wiederaufbau. Foto: Stadtarchiv Münster

Wiederaufbau war das Zauberwort nach dem Krieg in der münsterischen Innenstadt. Nicht nur auf dem Prinzipalmarkt. Wie ein Phönix aus der Asche tauchte die kleine barocke Clemenskirche wieder auf. Nach dem Zweiten Weltkrieg stand die Kirche nur noch als Ruine auf ihrem Platz. Heute wird dieser barocke Kirchenbau als bedeutender Sakralbau des westfälischen Barock bezeichnet, gebaut nach einem Entwurf von Johann Conrad Schlaun . Momentan wird an den Grundmauern der Kirche heftig gerüttelt, denn die Ratsmehrheit in Münster denkt über ein alternatives Nutzungskonzept nach.

Als 1955 der damalige Kultusminister des Landes Nordrhein-Westfalen, Werner Schütz, Münster besuchte, gab es keine Alternative. Der Minister und der Rat verständigten sich, dass die Stadt den Wiederaufbau der äußeren Hülle trägt und das Land für die innere Gestaltung zuständig ist.

1956 wurde damit begonnen. In den 1960er-Jahren folgte anhand alter Fotos und Zeichnungen der komplizierte Innenausbau mit dem Gewölbe, der 1974 beendet wurde. Der Bildhauer Siegfried Springer und der Wiener Maler Paul Reckendorfer haben den farbenfrohen Figurenhimmel mit seinem schwungvollen Rokokostil geschaffen.

Zu Beginn des Wiederaufbaus war die Clemens-Stiftung Eigentümerin der Kirche. Die Stiftung sei aber finanziell nicht in der Lage gewesen, das Gebäude zu unterhalten. Dies geht aus alten Unterlagen hervor, die dem heutigen Amt für Immobilienmanagement der Stadt vorliegen. 1959 ging die Barockkirche in das Eigentum der Stadt über. Heute wird die Kirche betrieben durch das Generalvikariat. Die Kirche trägt die Personal- und Sachkosten.

Auch die Nutzung für das 1745 als Hospitalkirche für das Clemenshospital errichtete Gebäude wurde neu geordnet. Das Generalvikariat fragte 1968 bei der Stadt an, ob die Kirche nicht für die akademische Seelsorge geöffnet werden könne. Der Rat stimmte zu. 1972 wandte sich der spätere Bischof von Münster, Dr. Reinhard Lettmann, damals noch Generalvikar, erneut an die Stadt. Er bat, die Kirche für die vielen Gastarbeiter zu öffnen.

Das Clemens-Kirchengebäude stand aber nicht immer so isoliert auf seinem Platz wie heute. Als Hospitalkirche gehörte das Gebäude bei seiner Gründung zum unmittelbar angrenzenden Clemenshospital. Bauherr war Fürstbischof Clemens August.

Der heutige Barockgarten wurde 1989 als Clemensgarten neu eröffnet. Vorlage für die Idee des Architekten Harald Deilmann Idee war ein barocker Klostergarten. Die städtebauliche Situation mit dem benachbarten Karstadtbau wurde berücksichtigt. In den Mittelpunkt des Interesses rückte die Clemenskirche aber auch bei der Neugestaltung der Stubengasse. Seit knapp zwei Jahren lässt außerdem ein Lichtkonzept die Clemenskirche und den Erbdrostenhof in neuem Licht erstrahlen. Damit erfüllten sich Kaufleute und Anwohner des Barock-Viertels einen großen Wunsch.

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