Wahrzeichen des Freilichtmuseums
Mühlenhof: Neuer „Steert“ rettet alte Mühle

Münster -

Die Bockwindmühle von 1748 ist das Wahrzeichen des Mühlenhofs. Der massive Eichenbalken, der die Mühle im Gleichgewicht hält, musste nun ersetzt werden. Die Feuerwehr sprang dabei ein.

Mittwoch, 17.12.2014, 08:12 Uhr

Der mächtige Balken hängt am Ausleger des Feuerwehrkrans und wird in Richtung Bockwindmühle eingeschwenkt.
Der mächtige Balken hängt am Ausleger des Feuerwehrkrans und wird in Richtung Bockwindmühle eingeschwenkt. Foto: hpe

Aufatmen im Mühlenhof-Freilichtmuseum : Die Bockwindmühle von 1748 ist gerettet. Mit Unterstützung des Krans der Berufsfeuerwehr wurde gestern von Mühlenbau-Experten aus Holland ein neuer „Steert“ in den hölzernen Mühlenkasten eingesetzt. Der massive Holzbalken ist quasi das Gegengewicht zu den vier Flügeln und sorgt als „Schwänzchen“ dafür, dass sich die Mühle in den Wind drehen kann. Der alte Eichenbalken war „einfach auf“, so Mühlenhof-Geschäftsführer Willi Niemann . Ohne den dringend notwendigen Austausch der maroden Hölzer hätte es bei einem Sturm zu ernsthaften Problemen kommen können, weil die Statik des Gesamtbauwerks „nicht mehr okay war“, so Niemann.

Schon vor geraumer Zeit wurde an einem Bauernhof bei Ladbergen in einer Allee eine passende Eiche entdeckt. Sie musste nicht nur gefällt, sondern anschließend in einem Sägewerk passgenau für den Mühlenkasten zugeschnitten werden. Gestern nun die Feinarbeit mit Motorsäge und Stechbeitel am Eichenstamm, der vor der Mühle aufgebockt bereitlag: Dinand von der Brinck und Gerben Horck brauchten mehrere Stunden, bis das Endstück auf den Millimeter exakt wie der alte „Steert“ ausgeschnitten war. „Eigentlich wollten wir schon in der vergangenen Woche austauschen, aber es war einfach zu windig“, so Niemann. Denn ausgerechnet bei einer Windmühle braucht man bei Kran-Arbeiten möglichst wenig „Gebläse“, um den knapp eine Tonne schweren Balken in die schmale Öffnung auf der Rückseite der Mühle bugsieren zu können.

Wahrzeichen des Mühlenhofs gerettet

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  • Die alte Bockwindmühle aus dem Jahr 1748 wurde mit Hilfe der Feuerwehr repariert.

    Foto: Helmut Etzkorn
  • Ein neuer „Steert“, sichert jetzt die Statik des alten Bauwerks, das beim nächsten Sturm vermutlich ernsthafte Probleme bekommen hätte.

    Foto: Helmut Etzkorn
  • Mühlenbau-Experten aus Holland sorgen für den letzten „Schliff“ am Wahrzeichen des Freilichtmuseums.

    Foto: Helmut Etzkorn
  • Der massive Holzbalken – quasi das Gegengewicht zu den vier Flügeln – sorgt dafür, dass sich die Mühle in den Wind drehen kann.

    Foto: Helmut Etzkorn
  • Die Berufsfeuerwehr half mit einem Kran beim Einsetzen des „Steerts“.

    Foto: Helmut Etzkorn

„Für die nächsten Jahrzehnte dürfte es nun keine Probleme mehr geben und die Mühle bleibt, was sie ist. Nämlich unser unverwechselbares Wahrzeichen“, so Niemann.

Inzwischen sind auch die Vorbereitungen für das Jahresprogramm 2015 abgeschlossen. Die Organisatoren wollen noch mehr Wissenswertes rund um das Thema „Mensch und Natur“ vermitteln. So wird es Falknervorführungen („Schleiereule, Uhu und Co.“) geben, geplant ist Ende Juli auch wieder ein Nacht-Töpfermarkt. Es wird „schaurig-schöne Rundgänge“ mit Geschichten von verlorenen Seelen, Wiedergängern und Totgeglaubten geben.

Ab Juni ist eine Ausstellung „Auf zwei Rädern“ gemeinsam mit Oldtimerfreunden geplant. Gezeigt werden Drahtesel, die als Arbeitshilfen und Fortbewegungsmittel in der Landwirtschaft dienten. Der Müelendag des Vereins „De Bockwindmüel“ ist auf den 17. März terminiert.

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